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Dez 3 18

Neue Impulse für eine enkeltaugliche Zukunft in Südostbayern

Aktionsabend der Gemeinwohl-Ökonomie in Traunstein – sechs weitere Unternehmen GWÖ-zertifiziert


BGL/Rosenheim/Traunstein. Mit einer gut besuchten Veranstaltung im Traunsteiner Bildungscampus St. Michael demonstrierte die vor drei Jahren gestartete GWÖ-Regionalgruppe Südostbayern eindrücklich, dass die Gemeinwohl-Bewegung im Südosten Bayerns weiterhin auf steigendes Interesse stößt.


Der Theatersaal war voll besetzt, als Tobias Trübenbach, Leiter des Kath. Bildungswerkes (KBW) in Traunstein, die Veranstaltung eröffnete.
Foto: Galler

Günter Grzega erhält großen Applaus
Festredner Günter Grzega machte in seinem Impulsvortrag deutlich, dass die Aussage „diese Wirtschaft tötet!“ von Papst Franziskus durchaus Berechtigung hat. Der Vorstandsvorsitzende a.D. der Spardabank München eG zeigte auf, wie der Neoliberalismus und das Vertrauen auf die Regelungsmechanismen des Marktes zu immer mehr wirtschaftlicher und gesellschaftlichen Verwerfungen geführt haben.


Grzega stellt dem Neoliberalismus als evolutionäres Zukunftsmodell eine gemeinwohl-orientierte und ökosoziale Marktwirtschaft entgegen und erhielt zum Abschluss großen Applaus der Besucher für seine Mut machenden und auffordernden Worte.
Foto: Effner

Sechs weitere regionale GWÖ-Unternehmen werden zertifiziert
Nachdem Mitte November mit der Gemeinde Kirchanschöring bundesweit die erste Gemeinde ein GWÖ-Testat erhielt, konnten die Salzburger GWÖ-Berater*innen Isabella Klien und Sabine Lehner sechs Unternehmen feierlich ebenfalls ihr erstes GWÖ-Testat überreichen. Zuvor hatten die neuen GWÖ-Pionier-Unternehmen den Besuchern eindrücklich ihre Motivation und die Erfahrungen aus dem knapp einjährigen Zertifizierungsprozess geschildert.


Zusammen mit Franz Galler (links), Initiator und Koordinator der GWÖ-Regionalgruppe Südostbayern, und Michael Vongerichten, Geschäftsführer des GWÖ-Vereins Bayern (Zweiter von links) freuten sich die sechs neu zertifizierten Unternehmen mit ihren GWÖ-BeraterInnen über die Testate. Foto: Effner

Ausgezeichnet wurden Dietzinger & Partner aus Anger (Unternehmensberatung im Bereich Lebens- und Futtermittel), die Steuerberatungsgesellschaft Frobenius-Foisner-Holzeis aus Bad Reichenhall, h + m Garten und Landschaft aus Petting, meinKindskopf aus Ruhpolding (Kurse und Persönlichkeits-Coachings für Kinder, Jugendliche und Eltern), der Sachranger Dorfladen sowie EM Christoph Fischer GmbH aus Stephanskirchen (effektive Mikroorganismen)


Foto: Trübenbach
15 GWÖ-Pionierunternehmen präsentierten sich in einer Gemeinwohl-Messe

Podiumsrunde zeigt ganzheitlichen Ansatz der GWÖ auf


Foto: Effner
Unter Moderation von Tanja Schnetzer, in der Regionalgruppe Südostbayern für Kommunen und Bürgerbeteiligung zuständig, erläuterten hochkarätige Teilnehmer*innen auf dem Podium, wie sie Gemeinwohl konkret umsetzen.


Tobias Trübenbach, Geschäftsführer vom KBW Traunstein, berichtete vom erfolgreich laufenden Kurs „Enkeltauglich Leben„, bei dem Privatpersonen ins gemeinwohl-orientierte Handeln kommen. Der Kurs stößt auf großes Interesse aus dem ganzen deutschsprachigen Raum.
Michael Vongerichten konnte von stetigen Wachstum der GWÖ-Bewegung in Bayern mit mittlerweile bereits 14 Regionalgruppen berichten. Weltweit gebe es inzwischen 11.000 Unterstützer*innen, darunter sehr namhafte Persönlichkeiten.
Wie und warum die Spardabank München eG als erstes Finanzinstitut in Deutschland eine GWÖ-Bilanz erstellt hat, erläuterte Christine Miedl, Chefin der Unternehmenskommunikation und des Nachhaltigkeitsmanagements. Aktuell sei bereits die 4. GWÖ-Bilanz so gut wie fertig gestellt. Das nächste Ziel sei, die Finanz- und GWÖ-Bilanz künftig zusammenzuführen.


Hans-Jörg Birner und Christine Miedl – Foto: Galler

Hans-Jörg Birner, Bürgermeister von Kirchanschöring, wurde mit einem großen Applaus begrüßt. Er schlug den Bogen von positiven Erfahrungen im ersten GWÖ-Umsetzungsprozess über neue Formen nachhaltigen Bauens bis hin zur Vorbildwirkung für andere Kommunen.

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Clemens Knoll beim Interview für das regionale Fernsehen RFO Foto: Galler

Clemens Knoll, verantwortlich für die Erwachsenenbildung der Erzdiözese München-Freising, war sichtlich erfreut über die äußerst positive Entwicklung vom Kurs „Enkeltauglich Leben“, der finanziell von der Erzdiözese unterstützt wurde. Er machte deutlich, dass viele Werte der GWÖ in der katholischen Sozialethik ebenfalls verankert seien. Elf EMAS-zeritifizierte Pfarreien hätten sich für die Schöpfungsverantwortung stark gemacht – ausgehend vor ca. 7 Jahren in Traunstein.
Zum Abschluss plädierte Günter Grzega dafür, die bayerischen Stiftungen zu kontaktieren, um die GWÖ-Bewegung auf breitere Füße zu stellen.

Franz Galler bedankte sich zum Schluss bei allen Mitmachenden und besonders bei der Aktiv-Gruppe von „GemeinwohlJETZT.beteiligen.gestalten.leben„, der 2017 gegründeten Gemeinwohl-Umsetzungs-Initiative der Region Südostbayern.

Infos unter bayern.ecogood.org/suedostbayern und Kontakt-Email gro.doogoce.tsilnull@nreyabtsodeus

Hier der 4-Min. Fernsehbericht von der Veranstaltung vom regionalen Fernsehen RFO.
Hier der Presseartikel von Axel Effner zur Veranstaltung am 27.11.18

Feb 8 19

Gemeinwohl Regionalgruppe Südostbayern – Jahresbericht 2018 in Wort und Bild

Sehen Sie hier den Jahresbericht der Gemeinwohl Regionalgruppe Südostbayern mit den wichtigsten Etappen des Jahres 2018!

Nov 23 18

Kirchanschöring deutschlandweit erste GWÖ-Gemeinde


Bilanz-Testat für Gemeinwohlökonomie feierlich bei Festakt mit Alois Glück überreicht   

(Kirchanschöring) – Sozial, gerecht, solidarisch und nachhaltig: Als erste Gemeinde in Deutschland hat Kirchanschöring eine Bilanz nach den Prinzipien der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) erstellt. Im Rahmen eines Festakts mit Kommunalpolitikern und GWÖ-Vertretern, bei der Landtagspräsident a.D. Alois Glück eine Impulsrede hielt, bekam Bürgermeister Hans-Jörg Birner am 20. November im Salitersaal vor ca.150 Anwesenden die Testatsurkunde überreicht.

Die beiden GWÖ-Beratenden Dr. Isabella Klien und Kurt Egger aus Salzburg hatten in einem elfmonatigen Prozess das Team der Gemeinde bei der Bilanzierung und Erstellung des Gemeinwohl-Berichtes begleitet und sämtliche Verwaltungs-und Betriebsabläufe auf ihre Verträglichkeit mit den GWÖ-Zielen hin überprüft und abgeklopft.

Freuen sich über den fertigen Gemeinwohlbericht und das Gemeinwohl-Testat:
Kurt Egger und Isabella Klien von der GWÖ-Beratergruppe Salzburg und Hans-Jörg Birner, Bürgermeister der Gemeinde Kirchanschöring. ©: Schröck-Freudenthaler, Laufen


Gelebter Gemeinwohl-Alltag in der Gemeinde
Der Höhepunkt des Abends waren die Berichte der Mitarbeitenden der Gemeinde. Ob beim Pelletseinkauf, bei der Geldanlage, Gebäudereinigung oder Seniorenbetreuung –­ in allen Bereichen spielt das wertebasierte Handeln eine zentrale Rolle. Das Engagement und die Begeisterung waren spürbar: So wird Gemeinwohl-Orientierung tagtäglich in der Gemeinde gelebt.

Praktische Umsetzung der Bayerischen Verfassung
Regionalgruppen-Koordinator Franz Galler stellte in seinem Redebeitrag die große Pionier-Leistung der Gemeinwohl-Gemeinde Kirchanschöring heraus, die – ganz im Sinne einer praktischen Umsetzung des § 3 der Bayerischen Verfassung „Bayern ist ein Rechts-, Kultur- und Sozialstaat. Er dient dem Gemeinwohl“ – weit über die rein ökonomische Betrachtung hinaus gehe.

Regionalgruppen-Koordinator Franz Galler (ganz rechts) gratulierte BGM Birner im Namen des GWÖ-Vereins Bayern, vertreten durch Geschäftsführer Michael Vongerichten (ganz links), und dem Führungsteam der für Kirchanschöring zuständigen Regionalgruppe Südostbayern, Tanja Schnetzer (2.v.li. Kommunen & Bürgerbeteiligung), Judith Zahn (stv. Koordinatorin, Unternehmen) und Hermann Hofstetter (Vernetzung Bio&Regional und Kirche). ©: Foto Trübenbach

Weitere bayrische Gemeinden am Weg
Die gesammelten wertvollen Erfahrungen sollen nun anderen Gemeinden zugute kommen, die mit der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) ebenfalls einer gerechten, nachhaltigen und ganzheitlichen Betrachtung ihrer Gemeinde folgen wollen.

Gemeinwohl-Bericht als Download
Der 132 Seiten umfassende Gemeinwohl-Bericht gibt einen detaillierten Überblick über das ethische Wirtschaften der Gemeinde. Er steht auf der Gemeinde-Homepage als Download zur Verfügung …

Hier der 4-Min. Fernsehbericht von der Veranstaltung vom regionalen Fernsehen RFO.
Hier der Presseartikel von Axel Effner zur Veranstaltung am 20.11.18 in der Südostbayerischen Rundschau.

Rückfragen an
Hans-Jörg Birner, Bürgermeister der Gemeinde Kirchanschöring, ed.gnireohcsnahcriknull@retsiemregreub
Isabella Klien, Zertifizierte GWÖ-Beraterin, gro.doogocenull@neilk.allebasi 
Franz Galler, Koordinator GWÖ-Regionalgruppe Südostbayern, gro.doogoce.tsilnull@nreyabtsodeus 

Mehr Info unter bayern.ecogood.org/suedostbayern


Feb 28 18

Gemeinde Kirchanschöring erstellt Gemeinwohl-Bilanz

Südostbayrische Kommune unter den deutschen Pioniergemeinden

(Kirchanschöring, Februar 2018) Bürgermeister Hans-Jörg Birner zieht nach vier Monaten auf dem Weg zur Gemeinwohl-Gemeinde eine erfreuliche Zwischenbilanz: „Es freut mich, dass die Mitarbeitenden so motiviert dabei sind und dass es vom Gemeinderat ein so positives Echo auf unsere Beschäftigung mit dem Thema gibt.“ 

Begonnen hat alles im Jahr 2016 durch einen Vortrag von Christian Felber, Begründer der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ), in der Salzachhalle in Laufen und einen Infonachmittag zum Thema „Unsere erste Gemeinwohl-Bilanz“ im Salitersaal in Kirchanschöring. Inspiriert durch beide Veranstaltungen erkannte Birner, dass die GWÖ mit ihrem Herzstück Gemeinwohl-Bilanz genau das richtige Instrument ist, „um Dinge, mit denen wir uns schon seit vielen Jahren beschäftigen, auf kompakte Weise darzustellen.“

Geschäftsleiter Peter Schuster, Bürgermeister Hans-Jörg Birner und Kämmerin Sabine Strohhammer (vorne von links) freuen sich, dass die Mitarbeitenden der Gemeinde das Thema „Gemeinwohl-Ökonomie“ so interessiert aufnehmen. Foto: Kurt Egger

Nachhaltiger Rundumblick auf das „Unternehmen Gemeinde“

Wie fair behandeln wir unsere LieferantInnen? Wo legen wir die Gelder der Gemeinde an? Wie erhöhen wir das Bewusstsein der Gemeinde-MitarbeiterInnen in Bezug auf ihr ökologisches Verhalten? Diese und ähnliche Fragestellungen wurden bisher in drei Workshops erörtert. Das Kernteam, in dem neben Birner auch Geschäftsleiter Peter Schuster, Kämmerin Sabine Strohhammer, Ramona Aicher und Alexandra Huber vertreten sind, wird je nach Aufgabenstellung durch weitere ExpertInnen vom Gemeindeamt ergänzt. Dieser Rundumblick auf das „Unternehmen Gemeinde“ und die professionelle Begleitung durch die Salzburger GWÖ-BeraterInnen Isabella Klien und Kurt Egger ermöglichen zweierlei: Bereits Praktiziertes wird strukturiert erfasst und im Gemeinwohl-Bericht verschriftlicht und wichtige Themen, die bis dato nicht im Fokus waren, kommen zur Sprache und werden als Ziele für künftiges Handeln formuliert.


Was wollen wir mit dem Gemeinwohl-Prozess in unserer Gemeinde erreichen? Bürgermeister Hans-Jörg-Birner (Mitte) und Geschäftsleiter Peter Schuster (rechts) im Austausch mit Mitarbeiterinnen der Gemeinde. Foto: Kurt Egger

Weiterer Zeitplan

Bis nach der Sommerpause will die Gemeinde ihren ersten Gemeinwohl-Bericht fertig haben, und danach erfolgt das Audit durch einen externen Auditor. Mit Herbst 2018 gehört Kirchanschöring zu den ersten deutschen Pioniergemeinden der GWÖ.

Rückfragen an

Hans-Jörg Birner, Bürgermeister der Gemeinde Kirchanschöring, ed.gnireohcsnahcriknull@retsiemregreub
Isabella Klien, Zertifizierte GWÖ-Beraterin, ta.neilkallebasinull@ofni
Franz Galler, Koordinantor GWÖ-Regionalgruppe Südostbayern, gro.doogoce.tsilnull@nreyabtsodeus 

Feb 10 18

„Meine 1. Gemeinwohl-Bilanz“ erfolgreich fortgesetzt

13 neue Unternehmen aus Südostbayern und Salzburg in Workshop-Runde zwei

(Südostbayern, Februar 2018) Die Workshop-Reihe „Meine 1. Gemeinwohl-Bilanz“ geht in die zweite Runde: 13 Unternehmen aus Südostbayern und Salzburg nehmen das grenzüberschreitende Angebot wahr und ergreifen die Chance, die das alternative Wirtschaftsmodell Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) mit ihrem Herzstück Gemeinwohl-Bilanz für die nachhaltige Entwicklung ihrer Unternehmen bietet.
Es sind dies: arbeit plus Salzburg, Biofair Chiemgau, Biohof Klauser, Chiemgaukorn, Dietzinger + Partner, Deckenmanufaktur Traunstein, em Chiemgau,  Frobenius-Foisner-Holzeis Steuerberatungsgesellschaft mbH,  Forsthaus Adlgass, h + m Garten und Landschaft, Poidl Feinkost, Sachranger Dorfladen, Technisches Büro Hiebel GmbH.
Franz Galler, Koordinator der GWÖ-Regionalgruppe Südostbayern freut sich, dass sich seine Region mehr und mehr zur Gemeinwohl-Region entwickelt.


Bereit zum Aufbruch: Führungskräfte und Unternehmer*innen der 13 Betriebe beim Startworkshop in Traunstein.
Mit am Bild: Die beiden Workshopleiter*innen Isabella Klien (hinten Mitte) und Sabine Lehner (vorne links), GWÖ-Berater*innen aus Salzburg.

Rückfragen an
Franz Galler, Koordinator GWÖ-Regionalgruppe Südostbayern, gro.doogoce.tsilnull@nreyabtsodeus
Isabella Klien, GWÖ-Beratergruppe Salzburg, gro.doogocenull@neilk.allebasi

Okt 19 17

Regionalgruppe Südostbayern stellt erfolgreiche GWÖ-Unternehmen vor

Nächste Workshop-Reihe „Meine erste Gemeinwohl-Bilanz“ startet im Januar 2018 – Anmeldung ab sofort möglich!

Die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) ist eine Bewegung hin zu einem ethischeren Wirtschaftsmodell, in der unternehmerische Motive und Ziele von Gewinnorientierung und Konkurrenz hin zu Gemeinwohlstreben und Kooperation „umgepoolt“ werden.
Gemeinwohl-Unternehmen sehen Menschenwürde, Solidarität & Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, Transparenz & Mitentscheidung als zentrale Werte des Wirtschaftens und teilen diese Werte mit anderen Pionierunternehmen der Gemeinwohl-Ökonomie.

Zentrales Element und Messinstrument für ein Gemeinwohl-Unternehmen ist die Gemeinwohl-Bilanz. In der neuen Matrix 5.0 beurteilt und vergleicht sie Unternehmen in diesen zentralen Werten.


Am 22. September berichteten im Kath. Bildungswerk Traunstein folgende Unternehmen über den spannenden Prozess und die positive Wirkung ihrer ersten GWÖ-Bilanz:
– Jakob Assmann, Polarstern München
– Dr. Johann Lecker, Biohof Laufen
– Tobias Trübenbach, Kath. Bildungswerk Traunstein
– Andreas Heilmann, Gartengestaltung Palling
– Sepp Sigl, Trumer Brauerei

Dr. Isabella Klien moderierte als Koordinatorin der GWÖ-BeraterInnengruppe Salzburg die Vorstellung der GWÖ-Unternehmen. Sie stellte im Anschluss daran die Rahmen-Bedingungen der im Januar 2018 startenden workshop-Reihe „Meine erste Gemeinwohl-Bilanz 5.0“ vor, deren fachliche Verantwortung sie mit ihrer Beratergruppe wie schon in diesem Jahr inne hat.

Die Veranstaltung wurde organisiert von Johann Schorr, Impact München und Franz Galler, dem Koordinator der GWÖ-Regionalgruppe Südostbayern.
Franz Galler ist mit seinem Büro für nachhaltige Regionalentwicklung für die Organisation der im Januar startenden Workshop-Reihe „Meine erste Gemeinwohl-Bilanz“ verantwortlich – wie schon beim ersten erfolgreichen Durchlauf mit 10 bilanzierenden Unternehmen aus der Region Südostbayern .
Hier die ausführlichen Informationen mit Anmeldung zur im Januar neu startenden Workshop-Reihe.

Okt 17 17

Regional & Nachhaltig Investieren

Veranstaltung im KBW Traunstein kommt bei Besuchern bestens an

v.l.n.r.: David Schmidtner, Pascal Lang, Sabine Lehner, Christian Gelleri, Hermann Hofstetter

Gemeinwohl praktisch umsetzen
Im Rahmen des Infoabends „Nachhaltig & Regional Investieren“ wurden am 10. Oktober im Katholischen Bildungswerk Traunstein fünf konkrete, nachhaltige Investitionsmöglichkeiten aus unserer Region vorgestellt.

In der Ausschreibung zur Veranstaltung hatte es geheißen:
* Sie wollen Ihr Geld ethisch, sozial und ökologisch richtig investieren?
* Sie wollen wissen, was ihr Geld „tut“ bzw. verhindern, dass sie damit nicht die Kernenergie, Chlorchemie, Gentechnik, Raubbau, Tierversuche, Rüstungsgüter, Diskriminierung und Kinderarbeit unterstützen?

 
Die BesucherInnen gaben der Veranstaltung um Organisator und Koordinator der Gemeinwohl-Regionalgruppe Südostbayern, Franz Galler, Bestnoten (s. unten die einzelnen feedbacks) und wünschen sich eine Fortführung dieser Veranstaltungsreihe.

Gemeinwohl & Kapital haben in der Bayerischen Verfassung ein starkes Fundament, die wirtschaftliche Umsetzung über Genossenschaften wird ausdrücklich gefördert!

Es präsentierten sich:

* die Bürgerenergie Chiemgau eG durch Vorstandsvorsitzenden David Schmidtner
* die EGIS EnergieGenossenschaft Inn-Salzach eG durch Vorstandsvorsitzenden Pascal Lang
* die erste ethische Bank Österreichs – die „Bank für Gemeinwohl“ durch Sabine Lehner, Leiterin des Regionalbüro Salzburg
* die „Regios eG – Geld für die Region“ durch Vorstandsvorsitzenden Christian Gelleri
* die „Tagwerk Genossenschaft eG – Unsere Bio Nachbarn“ durch Vorstand Hermann Hofstetter vom Förderverein


Nur positives Feedback, das uns nach der Veranstaltung erreichte:

„Danke für die hochinteressante Veranstaltung zum nachhaltigen und regionalen Investieren im KBW Traunstein gestern! Es war eine geballte Ladung an Information, aber auch kurzweilig und breit gestreut. Auf so eine Veranstaltung habe ich lange gewartet. Ich denke, es könnten sich noch mehr Projekte finden lassen, von denen nur wenige wissen, die aber für viele interessant sein können. Bitte mehr davon!
Erste Schritte für ganz konkrete Beteiligung an ein oder zwei der vorgestellten Angebote habe ich bereits eingeleitet. Das gute Gefühl über den künftigen Verbleib des Geldes breitet sich bereits aus, und es wird nicht lange dauern, bis ich, diesmal regional, wieder zur Genossin werden darf!“

Elisabeth

„5 sehr interessante, 5 sehr wichtige, 5 absolut unterstützenswerte Projekte.
Vielen dank für diese gelungene Veranstaltung, an einem Abend 5 highlights. Weiter so.“

Rainer

„Die Vorstellung der Genossenschaften heute war ein echt motivierender Abend und äußerst informativ. Weiter so.“
Stephan

„Ich bin seit längerem schon auf der Suche nach solchen Angeboten gewesen, und war enttäuscht dass bisher keine konkreten Themen zu finden waren.
Jetzt sehe ich, dass schon seit z.T. einigen Jahren die Projekte laufen, nur die Info und Verbreitung hat gefehlt. Die Kurzvorstellung war bei allen Vortragenden sehr gut gemacht, haben den Kern und ihr Anliegen rüber gebracht. Ich fand den Abend sehr informativ und motivierend. Eine hervorragende Plattform wurde dadurch für den Austausch möglich. Vielen Dank!“

Gabriele

„Vielen Dank, dass Sie diesen Super-Info-Abend: „Nachhaltig und regional investieren“ organisiert haben. Die Referenten haben ihre „Produkte“ wirklich sehr gut vorgestellt und nun bin ich froh, endlich zu wissen, wie ich mein Geld in unserer Region nachhaltig anlegen kann, das ist mir ein großes Anliegen. Darauf habe
ich schon lange gewartet. Ich hoffe auf weitere solcher Veranstaltungen. Auch deshalb, dass immer mehr Bürger über regionale Investitionsmöglichkeiten informiert werden können.“

Christine

„Eine gelungene Veranstaltung. Kompetente, leidenschaftliche Referenten, verständliche Inhalte in einem guten Zeitrahmen.
Müsste ich Noten vergeben: alle 1+ . Schon erstaunlich, was alles schon erreicht wurde. Das macht Mut. Ich hoffe, du entdeckst in nächster Zeit weitere Projekte, die du uns dann gerne wieder vorstellen darfst. Ich bleibe neugierig!“

Roland

Bericht FG 13_10_17

 

Aug 14 17

Erfolgreicher Abschluss des Pilot-Kurses gemeinwohl-orientiertes Leben für BürgerInnen

                                                                                                                     

Ich habe schon wirklich viel darüber gelesen und mir auch gute Vorträge angehört, aber erst durch diesen Kurs habe ich angefangen, es umzusetzen.
Ich war über mich selbst erstaunt, was diese Gruppe in mir ausgelöst hat.
Kursteilnehmerin Annemarie beim Abschlussabend am 20. Juni 17

 

Ich lebe enkeltauglich! Wirklich?

Als BürgerIn gemeinwohl-orientiert leben!

Das Jahres-Projekt 2016/2017 des Katholischen Bildungswerkes Traunstein (KBW) richtete sich an alle, die ihre Lebensweise im Sinne eines gemeinwohlorientierten Lebens auf den Prüfstand stellen wollten. Ziel war es, miteinander die eigene Lebensweise nach ethischen und ökologischen Kriterien zu überprüfen.

Dabei gab es drei Wege, dies umzusetzen:
– der Besuch von Gemeinwohl-Veranstaltungen
– die Projektgruppe „Entwicklung Gemeinwohlkurs“
– die Aktionsgruppe zum Gemeinwohl

Die Beschreibung des von der Katholischen Erwachsenenbildung der Diözese München und Freising (KEB) geförderten Projektes lautete:
Ziel des Projektes ist es, zum Ende des Projektzeitraumes bis August 2017 einen umsetzungsreifen Zertifikatskurs „Gemeinwohlorientiertes Leben für BürgerInnnen“ mit ausgearbeitetem Curriculum und potentiellen ReferentInnen entwickelt zu haben. Dieses Konzept soll mit starken partizipativen Elementen offener Erwachsenenbildung wie Vorträgen, workshops, Vorführungen, Aktionen usw. und entsprechender Öffentlichkeitswirkung umgesetzt werden.
Anforderung lt. Projektvergabe ist es, dass dieses
Lehrangebot auf vergleichbare und qualifizierte Bildungsträger übertragen werden können soll.
Der praktische Test soll in der Pilotphase ab Dezember 2016 bis August 2017 zusammen mit der neuen GWÖ-Regionalgruppe Südostbayern in Kooperation mit der GWÖ-Regionalgruppe Salzburg und enger Zusammenarbeit mit dem Verein GWÖ-Bayern umgesetzt werden.

Zusammen mit einem internationalen SpezialistInnen-Team wurde ein auf fünf Werte aufbauender Kurs-Rahmen entwickelt.

Am 7. Februar 17 stellten wir ca. 30 Interessierten ein vom KBW Traunstein konzipiertes Kurs-Konzept vor. Dies kam so gut an, dass wir mit drei Gruppen den Pilot-Kurs starten konnten.

Von März bis Juni 17 fanden sechs Kurs-Abende zu den gemeinwohl-orientierten Themen Menschenwürde, Solidarität, Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und Demokratie-Transparenz-Mitbestimmung statt.


Christian – Angelika – Hans – Franz … die Kurs-Leiter.

Am 20. Juni war es dann soweit: „Geschafft!“ – wir feiern am Abschlussabend….

                    

Ein kleines Geschenk für die Gruppe              Ein Dank an Christian & Angelika
mit den meisten Punkten

Im Folgenden die einzelnen Aufgaben, die sich die Kurs-TeilnehmerInnen zu den fünf Werten des Kurs-Inhaltes selbst aufgegeben und so gut wie immer erfüllt haben:
* Menschenwürde
* Solidarität
* Gerechtigkeit
* ökologische Nachhaltigkeit
* Demokratie – Transparenz – Mitbestimmung

So bewerteten 22 von 24 Teilnehmern anonym den Pilot-Kurs :
1. Wie hast du über den Kurs erfahren? (Nur 1 Nennung möglich)
25 % GWÖ-Rundbrief, 25 % Empfehlung, 15 % nachhaltige-region.de, je 10 % KBW-Programmheft und KBW-newsletter
2. Was war deine Motivation beim Pilot-Kurs mitzumachen? (Mehrfach-Nennungen möglich)
59,1 % Gleichgesinnte treffen – 50,0 % Neugierde – 40,9 % Die Welt besser machen – 27,3 % ein neues Format testen – Rest unter 5 %

3. Wie hat dir der Kurs gefallen (Schulnoten-System)?
Note 1 (5 Pers.) – Note 2 (14 Pers.) – Note 3 (1 Pers.) – Note 4 (1Pers.)
4. Wie beurteilst du den Unterrichtsstil der Dozenten (Schulnoten-System)?
Note 1 (7 Pers.) – Note 2 (9 Pers.) – Note 3 (5 Pers.)
5. Der Kurs war für mich … (Mehrfach-Nennungen möglich)
erfrischend (14 Pers. ) – innovativ, Neuland (10 Pers.) – theoretisch (3 Pers.) – langweilig (2 Pers.) – anstrengend (2 Pers.)

6. Die 6 Treffen waren …. (Nur 1 Nennung möglich)
66,7 % genau richtig – 19 % zu wenige Treffen – 9,5 % zu viele Treffen – 4,8 % für mich teilweise ungünstig
7. Die Dauer der Treffen (2,5 Std.) war … (Nur 1 Nennung möglich)
76,2 % genau richtig – 14,3 % zu lang – 9,5 % zu kurz
8. Die monatlichen Intervalle waren für mich … (Nur 1 Nennung möglich)
90,5 % genau richtig – 9,5 % zu eng zusammen – 0 % zu weit auseinander
9. Was wärst du bereit für diesen Kurs zu bezahlen (Nur 1 Nennung möglich) ?
28,6 % 60 € – je 19 % 80 € und 50 € – je 9,5 % 100 € und 70 €

Ich möchte mich bei allen bedanken, die mit dazu beigetragen haben, dass das Pilot-Projekt „Gemeinwohl-orientiertes Leben für BürgerInnen“ so gut gelingen konnte. Wir haben einige wichtige Anregungen unserer Kurs-TeilnehmerInnen in die neuen Spielregeln für den Folgekurs aufgenommen.

Es wird im Sinne der im Projektauftrag gewünschten Multiplikation weitergehen:
– ab Herbst 2017 mit einem Folgekurs im Kreisbildungswerks Traunstein
– ab Frühjahr 2018 startet die erste Multiplikationsphase! Die Übertragung unseres Kurs-Konzeptes ist bereits an zwei weiteren bayerischen, drei österreichischen und einem Standort in Südtirol vereinbart!

Bitte melden Sie sich, wenn Sie eine Erwachsenen-Bildungseinrichtung vertreten und ebenfalls Interesse an der Multiplikation unseres Kurs-Konzeptes in Ihre Region haben!

Sie wollen wissen, wie es mit diesem Erwachsenen-Bildungsprojekt oder generell mit der Entwicklung des Gemeinwohl-Aufbruches Südostbayern weitergeht?
Das geht ganz einfach, in dem Sie sich hier beim kostenlosen GWÖ-Email-Rundbrief unserer Regionalgruppe anmelden!


Franz Galler, KBW TS Projektleiter Pilot-Kurs GWOB
Koordinator GWÖ-Regionalgruppe Südostbayern
Büro für nachhaltige Regionalentwicklung
Geppinger Str. 21, D-83404 Ainring
Tel.Nr. 0049-8654-5894721 o. 0049-176-63118811
www.nachhaltige-region.deed.noiger-egitlahhcannull@ofni

Wir wissen im Grunde alles, was wir wissen müssten, um gegen die Ausbeutung von Mensch und Natur und gegen die Auswüchse des Turbo-Kapitalismus etwas zu unternehmen. Und doch brauchen wir immer wieder einen Anstoß, um ins Handeln zu kommen. Hier sehe ich die besondere Stärke vom Kurs „GWOB“, denn hier geht es vor allem ums Tun.
Durch eine Kombination aus Spiel und Gruppendynamik bzw. Gruppenintelligenz setzt der Kurs große Veränderungs-Energie frei. Die Teilnehmer des gerade abgelaufenen Pilot-Kurses packten ihre selbst gewählten Aufgaben und Themen an der Wurzel an – das Format ist also im wörtlichen Sinne „radikal“.
Franz Galler, KBW-Projektleiter „Gemeinwohl-orientiertes Leben für BürgerInnen“

 

Mai 22 17

Südostbayern setzt auf die Gemeinwohlökonomie (GWÖ)

Zehn GWÖ-Pionier-Unternehmen für die neue Matrix 5.0
(Laufen, Mai 2017) Bei einer Großveranstaltung Mitte Mai in der Salzachhalle in Laufen wurde sichtbar und spürbar: Südostbayern ist ein fruchtbarer Boden für die Gemeinwohlökonomie. 470 Menschen waren gekommen, um den Vortrag des österreichischen Unternehmer-„Rebellen“ Heini Staudinger zu hören und die ersten zehn GWÖ-Pionier-Unternehmen aus der Region zu feiern, die sich auf der Bühne vorstellten. 

Die Arbeit, die von den zehn Unternehmen geleistet wurde, war in doppelter Hinsicht Pionierarbeit:  Sie waren die ersten aus der Region Südostbayern, die eine GWÖ-Bilanz erstellten, und sie waren die ersten weltweit, die dabei nach der neuen Matrix 5.0 vorgingen.

Die Pionier*innen auf der Bühne der Salzachhalle (sitzend von links): Johann Lecker (Biohof Lecker), Karin Deinbeck (Zallis Naturkost Café), Liesi Löcker (Biohof Sauschneider), Hagen Schiffler (Geigen- und Bogenbau), Andreas Heilmann (Gartengestaltung), Peter Volk (Malteser Hilfsdienst Traunstein), Hans Glück (Katholisches Kreisbildungswerk Traunstein), Sarah Neumeier (Mein Kindskopf), Andreas Neubauer (Praxisgemeinschaft Fridolfing) und Charles Kunow (Seminarhotel Jonathan). Interviewt wurden sie von Ursula Spannberger (links) und Isabella Klien (rechts) – Foto: Alois Albrecht (zum Vergrößern draufklicken)

Pionierarbeit für die gesamte GWÖ-Bewegung
Die GWÖ-Beraterinnen Isabella Klien und Ursula Spannberger aus Salzburg – sie leiteten gemeinsam die Workshopreihe „Meine 1. Gemeinwohl-Bilanz“– bedankten sich im Namen der internationalen Bewegung für den Pioniergeist der Unternehmen. Durch ihr Engagement beim Erproben der Matrix 5.0 wurde ein wesentlicher Beitrag zur Finalisierung der Arbeitsmaterialien geleistet, die nun als Open Source für alle Interessierten zur Verfügung stehen.

Nutzen für das eigene Unternehmen
Sehr vielschichtig waren die Nutzenaspekte, von denen auf der Bühne berichtet wurde. Die Themenvielfalt reichte von der Würde aller Lebewesen über die Sinnhaftigkeit der eigenen Angebote bis hin zum CO2-Fußabdruck der  Kund*innen. Die ganzheitlich nachhaltige Durchleuchtung des Betriebes anhand der 20 Themen der Matrix – z.B. Menschenwürde in der Zulieferkette, soziale Haltung im Umgang mit Geldmitteln, Förderung des ökologischen Verhaltens der Mitarbeitenden oder Beitrag zum Gemeinwesen – brachte viele Erkenntnisse und Ideen zur Verbesserung.

Die zehn GWÖ-Pionier-Unternehmen für die Matrix 5.0
Andreas Heilmann, Gartengestaltung, Palling, gartenheilmann.de
Biohof Lecker, Laufen, biohof-lecker.de
Biohof Sauschneider, St. Margarethen, biourlaub.at
Hagen Schiffler, Geigen- und Bogenmacher, Laufen, barockbogen.de
– Jonathan Seminarhotel, Chieming, jonathan-seminarhotel.de
Katholisches Kreisbildungswerk, Traunstein, kbw-traunstein.de
Mein Kindskopf, Ruhpolding, meinkindskopf.de
Malteser Hilfsdienst, Traunstein, malteser-traunstein.de
Praxisgemeinschaft Fridolfing, praxisgemeinschaft-fridolfing.de
Zallis Naturkost Café, Ainring, zallis.de
Alle Unternehmen – mit Ausnahme vom Biohof Sauschneider (Salzburg) – sind Mitglieder der GWÖ-Regionalgruppe Südostbayern. Sie haben ihre Gemeinwohl-Berichte gegenseitig bewertet (= Peeraudit). Mit der Ausstellung des Testates und der Veröffentlichung der Gemeinwohl-Bilanzen ist im Juli zu rechnen.

Infoveranstaltung für interessierte Unternehmen im September in Traunstein
Der Boden ist aufbereitet, dass weitere Unternehmen dem Vorbild der zehn Pioniere folgen und sich für eine Strategie zu mehr Gemeinwohl-Orientierung in ihrem Betrieb interessieren. Um diese umfassend zu informieren, findet am 22.9.2017 von 9 bis 13 Uhr im Katholischen Kreisbildungswerk in Traunstein eine große Infoveranstaltung statt.

Ansprechperson für weitere Fragen betreffend GWÖ-Pionier-Unternehmen und Bilanzerstellung:
Südostbayern:
Franz Galler, Koordinator GWÖ-Regionalgruppe Südostbayern, +49/8654/5894721,
gro.eimonokeo-lhowniemegnull@nreyabtsodeus
www.gwoe-bayern.org/suedostbayern

Bundesland Salzburg:
Isabella Klien, GWÖ-Beratergruppe Salzburg, +43/664/3832700, ta.neilkallebasinull@ofni
www.salzburg.gwoe.net

Mai 12 17

Schuh-Rebell Heini Staudinger begeistert große Zuhörerschaft – Laufen 12. Mai 2017

Gemeinwohl-Aufbruch Südostbayern gut unterwegs


Sichtlich erfreut über das große Interesse begrüßte Veranstalter Franz Galler als Koordinator der im letzten Jahr neu gegründeten Gemeinwohl-Regionalgruppe Südostbayern 470 Gäste in der fast ausverkauften Laufener Salzachhalle. Er bedankte sich bei den vielen engagierten Bürgern, die über ihre
Netzwerke die Veranstaltung beworben hatten.
Galler erläuterte zu Beginn die Ziele der Veranstaltung. Die lokale Gemeinwohl-Bewegung wolle gemeinwohl-orientierten Werten durch eine Vernetzung bürgerschaftlicher Akteure in der Gemeinwohl-Region Südost aus den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein mehr Gehör verschaffen. Dies sei lt. Galler verankert durch Art. 151in der Bayerischen Verfassung, wonach die „gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dem Gemeinwohl diene“. Vor einem Jahr startete der regionale Gemeinwohl-Aufbruch mit einem Vortrag vom österreichischen Gründer der Gemeinwohl-Bewegung Christian Felber an selber Stelle. Die internationale Bewegung erhalte vermehrt Zuspruch und habe weltweit mittlerweile ca. 10.000 Unterstützer. Zwischenzeitlich sei man auch in der Region bei der praktischen Gemeinwohl-Umsetzung für Bürger, Kommunen und Unternehmen gut vorangekommen.
Zusammen mit dem Kreisbildungswerk Traunstein wurde das „Jahresprojekt Gemeinwohl-orientiertes Leben“ gegründet und ein Kurs „Enkeltaugliches Leben“ für BürgerInnen konzipiert, der gerade in einer Pilotphase läuft und ab dem Herbst an interessierte Bildungseinrichtungen multipliziert werden soll. Verursacht durch eine Info-Veranstaltung mit dem Thema „Gemeinwohl-Bilanz für Kommunen“ werde die Gemeinde Kirchanschöring als erste regionale Kommune ab Herbst mit dem „Gemeinwohl- Prozess“ beginnen, so Galler.
Hier eigener Artikel „Südostbayern setzt auf die Gemeinwohl-Ökonomie“
Nach diesen einführenden Worten stellten sich daraufhin zehn „frisch gebackene“ Gemeinwohl-Unternehmen aus unserer Region vor. Diese hatten im Herbst 2016 mit der workshop-Reihe „Meine erste Gemeinwohl-Bilanz“ begonnen. In der Gruppe erstellten sie in den letzten Monaten ihren ersten Gemeinwohl-Bericht und bewerteten sich dabei gegenseitig – weltweit als erste Unternehmen nach der neuen Gemeinwohl-Matrix 5.0. Unter Moderation von Isabella Klien und Ursula Spannberger von der Gemeinwohl-Beratergruppe Salzburg erklärten diese Pionier-UnternehmerInnen den Besuchern in kurzen Sequenzen die wesentlichen Eckpunkte einer Gemeinwohl-Bilanz, die auf den Werten Menschenwürde, Solidarität, Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und Transparenz/Mitentscheidung basiert. Im Herbst wird die nächste Ausbildungsreihe starten. Eine „Gemeinwohl-Bilanz“ nach den Richtlinien des Gemeinwohl-Dachvereins haben weltweit zwischenzeitlich ca. 400 Unternehmen erstellt, darunter z.B. die Sparda-Bank München, die Sparkasse Dornbirn, die Fachhochschule Burgenland, der outdoor-Ausrüster VAUDE oder die Berliner Tageszeitung TAZ.
 
In seinem darauffolgenden 1 ½-stündigen Vortrag fesselte der wohl bekannteste österreichische Gemeinwohl-Unternehmer und Waldviertler-Schuh-Rebell Heini Staudinger die anwesenden Besucher. „Über den Mut, die Liebe, die Wirtschaft und das Leben“ war der Titel seiner freien Rede, gespickt mit Zitaten und Gedichten, in der er viele Episoden aus seinem bewegten Leben einbaute.

 
Mit großem Applaus begrüßte die Zuhörerschaft seine anwesende 89-jährige Mutter, in deren „Tante-Emma-Laden“ der Referent schon vor seiner Schulzeit die wesentlichen drei Grundkenntnisse für ein erfolgreiches Wirtschaften gelernt habe: Grüßen, Dienen und Kopfrechnen.

Staudinger setzt in seinem Unternehmen, den Waldviertler Schuhwerkstätten mit über 300 Mitarbeitern, die große Sehnsucht vieler Menschen hin zu einem anderen Wirtschaften nach den Werten Vertrauensbildung, Wertschätzung, Kooperation, Solidarität und Teilen, um. Der österreichische Visionär zeigte im Niedergang der einst erfolgreichen europäischen Schuhbranche die großen Widersprüche einer immer mehr zunehmenden Globalisierung und der damit verbundenen dramatischen ökologischen Auswirkungen auf. Diese beschrieb er eindrucksvoll an den kontinuierlichen Veränderungen des von ihm geliebten afrikanischen Kontinents, den er 19-jährig durch eine von zu Hause aus gestartete monatelange Mofa-Tour in und auswendig kennenlernte. Dies war der Startschuss für mehrere Afrika-Projekte, die er finanziell und ideell unterstützt.
Staudinger beschreitet in seiner nunmehr gut 30-jährigen Firmengeschichte immer wieder neue „verrückte“ Wege, nimmt kein Blatt vor dem Mund und scheut keinen Konflikt, wenn es um die Verteidigung der Menschenwürde und das „gute Leben“ geht. Seinen Lieblingsspruch „es gibt im Leben nichts Wichtigeres als das Leben“ zeigte er in seiner radikalen Umsetzung an vielen persönlichen und tiefgehenden Beispielen auf.

Natürlich ging er besonders auf seinen Konflikt mit der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) ein, durch den er über die Landesgrenzen hinweg berühmt wurde und worüber im letzten Jahr auch erfolgreich der Film „Das Leben ist keine Generalprobe“ in den Kinos lief. Die FMA wollte ihm sein eigenes Finanzierungsmodell verbieten, mit dem er über Freude und Kunden sein Unternehmen rettete, als ihm die Bank den Kreditrahmen strich. Über Jahre forderte er medienwirksam das Recht von Klein- und Mittelbetrieben ein, sich privat finanzieren zu dürfen und wurde in 2016 für seinen großen Einsatz belohnt. Seither gibt es in Österreich ein eigenes „crowdfunding-Gesetz“, das dafür den rechtlichen Rahmen geschaffen hat. „Heini“, so wie ihn seine Fans liebevoll nennen, endete seinen Vortrag mit einem Gedicht von Rilke und erntete danach großen Beifall.

Aufbruchsstimmung lag in der Luft als Veranstalter Franz Galler zum Abschluss die geplanten nächsten Schritte vorstellte. Viele Anwesende bekundeten schriftlich auf Reaktionszetteln ihr Interesse an der Gemeinwohl-Bewegung Südostbayern. Interessierte Bürger aus der Region können sich ausführlich über die Internetseite www.nachhaltige-region.de informieren und dort auch einen kostenlosen Email-Rundbrief abonnieren, der Interessierte über die laufenden Aktivitäten der Gemeinwohl-Bewegung Südostbayern informiert.

Die Veranstaltung wurde von der fair-trade-Steuerungsgruppe-Laufen-Oberndorf unterstützt. Aus dem Honorarverzicht von Heini Staudinger und Spenden der Besucher können über € 4.000 an das Afrika-Projekt www.booksfortrees.at aus Kenia überwiesen
werden (hier das Spendenkonto).
Der
darüber hinausgehende Reinerlös aus der Veranstaltung in Höhe von ca. € 1.000 geht je zur Hälfte an das Jahresprojekt „Enkeltauglich Leben“ des Katholischen Bildungswerks Traunstein und dem gemeinnützigen Gemeinwohlverein Bayern e.V.

Ein bewegender Abschluss … der ganze Saal sang am Schluss zusammen „Ich will die Dinge anders sehen“ mit Amithra – hier der Text zum Mitsingen!