Mein Interview mit Dr. Johann Lecker und Peter Ranzinger zur erfolgreich gelaufenen C02-Bilanzierung vom Biohof Lecker

Klimafreundlich Leben“  als Kursformat – maßgeschneidert eingesetzt – kann erfolgreich eine geplante C02-Ersparnis von Unternehmen, Organisationen, Vereinen und auch Kommunen unterstützen. Vor allem dann, wenn die konkrete Umsetzung der C02-Reduktion in Kooperation mit den Angestellten und Kund*innen passieren soll.

Lesen Sie hier im Interview mit Hans Lecker und Peter Ranzinger, wie das konkret gelaufen ist …

Franz: Hans – du betreibst in Laufen/Obb. einen Biohof samt Ökokiste und Online-Laden für Bioprodukte. Bevor wir darauf eingehen, wie die C02-Bilanzierung konkret gelaufen ist, welche Aha-Effekte du dabei hattest und wie du dein Ziel „C02-neutrale Ökokiste in 2020“ schlussendlich geschafft hast, an dich die Frage: warum hast du dich denn überhaupt zu diesem Schritt entschieden?

Hans: Zu den gesellschaftlichen Auswirkungen unseres Wirtschaftens in ökologischer Sicht hatten wir bereits 2017 durch die Erstellung unserer ersten Gemeinwohlbilanz Wesentliches erfahren. Dabei befassten wir uns auch das erste Mal intensiver mit dem Thema CO2 Fußabdruck unseres Betriebes. Parallel zu den immer lauter werdenden Stimmen von fridaysforfuture beschäftigte ich mich in letzter Zeit immer mehr mit der Klimawirkung unseres eigenen Betriebes und habe mich deshalb auch der Initiative „Verantwortungsvoll Wirtschaften“ der Wirtschaftsförderung BGL und der Bewegung Farmers for Future angeschlossen.
Von der Erstellung eines validen CO2 Fußabdrucks erwartete ich mir die Grundlage für eine objektive Einschätzung unseres Einflusses auf die globalen CO2 Emissionen. Und natürlich einen konkreten Handlungsleitfaden, mit welcher Strategie ich mit unserem Biohof am Sinnvollsten Maßnahmen ergreifen sollte, um damit unseren Beitrag im Sinne der Pariser Klimaschutzziele zu leisten.

Franz: … und wie bist du da jetzt konkret vorgegangen?

Hans: Zum Start habe ich mich zuerst entschieden, die C02-Bilanz für unsere Ökokiste und nicht für den gesamten Biohof zu erstellen. Um den Ausgangsstatus messen und begleitend fortschreiben zu können, brauchte ich analog dem UBA-Rechner für Privatpersonen ein entsprechendes C02-Bilanzierungstool. Und hier kam dann Peter ins Spiel, der mir von dir empfohlen wurde. Mir war wichtig, dass Peter nicht nur so ein tool hatte, sondern auch damit schon wertvolle Erfahrungen vorweisen konnte.
Wir haben dann im ersten Schritt Daten für unseren Ökokisten-Lieferbetrieb ermittelt, die ich Peter übergab. Die wesentlichen Fragen waren hierbei …
* wie hoch ist der Verbrauch fossiler Energieträger für unseren Fuhrpark?
* wie hoch sind die Ressourcen für unsere Heizung?
* welchen Strombedarf haben wir bei welchem Anbieter?
* welche Abfallmengen hat unsere Ökokiste?
* wie schaut es bei der Mobilität in Bezug auf die Lieferketten incl. der Anfahrtswege unserer Mitarbeiter*innen aus?
Der Aufwand bei der Ermittlung der Daten wir im Nachhinein betrachtet überschaubar.

Franz: Peter – du hast schon erfolgreich C02-Bilanzen für Unternehmen und auch Kommunen erstellt. Kannst du uns zuerst etwas zu diesem angesprochenen tool sagen und dann natürlich, was die wesentlichen Ergebnisse der Berechnung bei Biohof Lecker waren?

Peter: Gerne! Wir haben ein eigenes C02-Bilanzierungstool von mir eingesetzt, das auf dem Greenhouse-Gas-Protocol basiert. Betrachtet werden hierbei die Sektoren Liegenschaften, Transport, Sonstiges (Papier, Abfall…) und der KlimaPlus-Beitrag (Eigenerzeugung Energie).
In den entsprechenden Sektoren ergab sich bei der Ökokiste folgendes Ist-Ergebnis in C02-Äquivalenten:
– Liegenschaften 0,91 % (333 kg)
– Transport 95,28 % (34.956 kg)
– Sonstiges 3,81 % (1.398 kg)
– KlimaPlus -37,99 % (-13.932 kg)
Er stellte sich also heraus, dass – eigentlich logischerweise – der höchste Anteil bei der Ökokiste im Sektor „Transport“ zu verzeichnen war. Der KlimaPlus-Anteil stammt aus der Erzeugung von Strom aus einer PV-Anlage mit 30.000 kWh/Jahr. Damit verbleiben 22.700 kg CO2 als Minus.

Franz: Hans – wie ging es dir mit dem Ergebnis, warst du überrascht?

Hans: Es ist einfach gut, konkrete Zahlen vorliegen zu haben, denn darauf lässt sich eine Veränderung bewirken. Einerseits war das Ergebnis wie erwartet, andererseits gab es auch einen großen AHA-Effekt für mich.

Franz: da sind wir jetzt aber gespannt … :)

Hans: Dass unser Fuhrpark mit aktuell 4 Diesel-Transportern den größten Anteil an den CO2 Emissionen haben würde, das hatte ich schon vorher vermutet. Überrascht war ich jedoch von dem hohen Anteil, den unsere Mitarbeiter durch ihre Anfahrtswege zum Betrieb an unserer CO2-Bilanz haben.
Andere Bereiche fielen weniger als erwartet ins Gewicht. Der Grund: den Großteil unseres Strombedarfs decken wir mit unserer PV-Anlage, der Rest kommt von einem Ökostromanbieter. Geheizt wird mit Hackschnitzeln aus dem eigenen Wald, zusätzlich wird Abfall durch verstärkte Nutzung von Mehrwegbehältnissen immer weiter reduziert.

Franz: die Ist-Analyse ist eines – wie ist es denn nun weitergegangen und was hast du konkret gemacht, dass deine Ökokiste in 2020 C02-neutral wurde?

Hans: nach der Analyse von Peter war mir klar, dass bei uns im Bereich der Mobilität der größte Hebel zur Vermeidung von Emissionen liegt. Im Dialog mit Peter hat sich für mich eine klare Strategie heraus kristallisiert, die ich dann auch umgesetzt habe. Wir haben unsere PV Anlage erweitert und eine Wall-Box zum Laden für Elektrofahrzeuge installiert. Im Dezember kommt jetzt noch unser erster E-Transporter hinzu.
Um die CO2-Bilanz unserer Mitarbeiter zu verbessern, habe ich Ihnen angeboten, ein Job-Rad zu leasen. Jede/r Mitarbeiter*in, die/der mit dem Fahrrad den Weg zum Betrieb fährt, bekommt zudem 30 Ct je km als Einkaufsgutschein von uns. Seit der Einführung werden jetzt wöchentlich 200 km weniger mit dem Auto gefahren.

Peter: ich finde das wirklich sehr gut, was Hans da in dieser kurzen Zeit gemacht hat. Vor allem, die Mitarbeiter*innen dabei so innovativ einzubinden, finde ich vorbildlich. Trotzdem war uns beiden schnell klar, dass sein Ziel „bis Ende des Jahres C02-neutral“ zu sein, nicht ohne C02-Kompensation zu schaffen sein würde.

Franz: Kompensation! Das ist ein spannendes Thema … Hans – was hast du denn dann gemacht?

Hans: da wir unsere Emissionen nicht kurzfristig eliminieren können, werden wir dieses Jahr noch über die Greensurance Stiftung kompensieren. Dabei werden Moorflächen in Oberbayern re-naturiert und Solarkocher finanziert.
Mittelfristig ist mein Ziel, unsere eigenen Emissionen auch „inhouse“ so weit wie möglich zu reduzieren. Dazu habe ich mir vorgenommen, die noch zu kompensierenden CO2 Emissionen zukünftig über einen innerbetrieblichen Humusaufbau zu schaffen. Das wird noch spannend :)

Franz: das kann man wohl sagen. Zum Schluss noch die Bitte um ein Abschluss-Statement und die Frage, ob ihr diese tolle story gemeinsam mit mir auch  interessierten Unternehmer*innen präsentieren würdet, wenn wer auf mich zugeht?

Hans: gerne bin ich da dabei  … ich denke, die Zeit ist für uns Unternehmen reif dafür, sich sein eigenes Klimaziel zu stecken! Deswegen heißen wir ja auch „Unternehmer“ und nicht „Unterlasser“ :)

Peter: natürlich bin ich da gerne dabei … wichtig ist mir, dass wir beim Thema C02-Fußabdruck für Unternehmen oder Kommunen noch mehr Augenmerk auf eine möglichst nahe und nachhaltige Beschaffung als auch nahe Kompensation legen!

Franz: Es bleibt spannend!
Dann darf ich mich bei euch Beiden recht herzlich bedanken!

Neue Impulse für eine enkeltaugliche Zukunft in Südostbayern

Aktionsabend der Gemeinwohl-Ökonomie in Traunstein – sechs weitere Unternehmen GWÖ-zertifiziert
BGL/Rosenheim/Traunstein. Mit einer gut besuchten Veranstaltung im Traunsteiner Bildungscampus St. Michael demonstrierte die vor drei Jahren gestartete GWÖ-Regionalgruppe Südostbayern eindrücklich, dass die Gemeinwohl-Bewegung im Südosten Bayerns weiterhin auf steigendes Interesse stößt.

Foto: Galler
Der Theatersaal war voll besetzt, als Tobias Trübenbach, Leiter des Kath. Bildungswerkes (KBW) in Traunstein, die Veranstaltung eröffnete.

Günter Grzega erhält großen Applaus
Festredner Günter Grzega machte in seinem Impulsvortrag deutlich, dass die Aussage „diese Wirtschaft tötet!“ von Papst Franziskus durchaus Berechtigung hat. Der Vorstandsvorsitzende a.D. der Spardabank München eG zeigte auf, wie der Neoliberalismus und das Vertrauen auf die Regelungsmechanismen des Marktes zu immer mehr wirtschaftlicher und gesellschaftlichen Verwerfungen geführt haben.

Foto: Effner

Grzega stellt dem Neoliberalismus als evolutionäres Zukunftsmodell eine gemeinwohl-orientierte und ökosoziale Marktwirtschaft entgegen und erhielt zum Abschluss großen Applaus der Besucher für seine Mut machenden und auffordernden Worte.

Sechs weitere regionale GWÖ-Unternehmen werden zertifiziert
Nachdem Mitte November mit der Gemeinde Kirchanschöring bundesweit die erste Gemeinde ein GWÖ-Testat erhielt, konnten die Salzburger GWÖ-Berater*innen Isabella Klien und Sabine Lehner sechs Unternehmen feierlich ebenfalls ihr erstes GWÖ-Testat überreichen. Zuvor hatten die neuen GWÖ-Pionier-Unternehmen den Besuchern eindrücklich ihre Motivation und die Erfahrungen aus dem knapp einjährigen Zertifizierungsprozess geschildert.

 
Zusammen mit Franz Galler (links), Initiator und Koordinator der GWÖ-Regionalgruppe Südostbayern, und Michael Vongerichten, Geschäftsführer des GWÖ-Vereins Bayern (Zweiter von links) freuten sich die sechs neu zertifizierten Unternehmen mit ihren GWÖ-BeraterInnen über die Testate. Foto: Effner

Ausgezeichnet wurden Dietzinger & Partner aus Anger (Unternehmensberatung im Bereich Lebens- und Futtermittel), die Steuerberatungsgesellschaft Frobenius-Foisner-Holzeis aus Bad Reichenhall, h + m Garten und Landschaft aus Petting, meinKindskopf aus Ruhpolding (Kurse und Persönlichkeits-Coachings für Kinder, Jugendliche und Eltern), der Sachranger Dorfladen sowie EM Christoph Fischer GmbH aus Stephanskirchen (effektive Mikroorganismen)

Foto: Trübenbach
15 GWÖ-Pionierunternehmen präsentierten sich in einer Gemeinwohl-Messe

Podiumsrunde zeigt ganzheitlichen Ansatz der GWÖ auf
Foto: Effner
Unter Moderation von Tanja Schnetzer, in der Regionalgruppe Südostbayern für Kommunen und Bürgerbeteiligung zuständig, erläuterten hochkarätige Teilnehmer*innen auf dem Podium, wie sie Gemeinwohl konkret umsetzen.
Tobias Trübenbach, Geschäftsführer vom KBW Traunstein, berichtete vom erfolgreich laufenden Kurs „Enkeltauglich Leben„, bei dem Privatpersonen ins gemeinwohl-orientierte Handeln kommen. Der Kurs stößt auf großes Interesse aus dem ganzen deutschsprachigen Raum.
Michael Vongerichten konnte von stetigen Wachstum der GWÖ-Bewegung in Bayern mit mittlerweile bereits 14 Regionalgruppen berichten. Weltweit gebe es inzwischen 11.000 Unterstützer*innen, darunter sehr namhafte Persönlichkeiten.
Wie und warum die Spardabank München eG als erstes Finanzinstitut in Deutschland eine GWÖ-Bilanz erstellt hat, erläuterte Christine Miedl, Chefin der Unternehmenskommunikation und des Nachhaltigkeitsmanagements. Aktuell sei bereits die 4. GWÖ-Bilanz so gut wie fertig gestellt. Das nächste Ziel sei, die Finanz- und GWÖ-Bilanz künftig zusammenzuführen.

Hans-Jörg Birner und Christine Miedl – Foto: Galler

Hans-Jörg Birner, Bürgermeister von Kirchanschöring, wurde mit einem großen Applaus begrüßt. Er schlug den Bogen von positiven Erfahrungen im ersten GWÖ-Umsetzungsprozess über neue Formen nachhaltigen Bauens bis hin zur Vorbildwirkung für andere Kommunen.


Clemens Knoll beim Interview für das regionale Fernsehen RFO Foto: Galler

Clemens Knoll, verantwortlich für die Erwachsenenbildung der Erzdiözese München-Freising, war sichtlich erfreut über die äußerst positive Entwicklung vom Kurs „Enkeltauglich Leben“, der finanziell von der Erzdiözese unterstützt wurde. Er machte deutlich, dass viele Werte der GWÖ in der katholischen Sozialethik ebenfalls verankert seien. Elf EMAS-zeritifizierte Pfarreien hätten sich für die Schöpfungsverantwortung stark gemacht – ausgehend vor ca. 7 Jahren in Traunstein.
Zum Abschluss plädierte Günter Grzega dafür, die bayerischen Stiftungen zu kontaktieren, um die GWÖ-Bewegung auf breitere Füße zu stellen.

Franz Galler bedankte sich zum Schluss bei allen Mitmachenden und besonders bei der Aktiv-Gruppe der Gemeinwohl-Region Südostbayern.

Hier der 4-Min. Fernsehbericht von der Veranstaltung vom regionalen Fernsehen RFO.
Hier der Presseartikel von Axel Effner zur Veranstaltung am 27.11.18

„Meine 1. Gemeinwohl-Bilanz“ erfolgreich fortgesetzt

13 neue Unternehmen aus Südostbayern und Salzburg in Workshop-Runde zwei

(Südostbayern, Februar 2018) Die Workshop-Reihe „Meine 1. Gemeinwohl-Bilanz“ geht in die zweite Runde: 13 Unternehmen aus Südostbayern und Salzburg nehmen das grenzüberschreitende Angebot wahr und ergreifen die Chance, die das alternative Wirtschaftsmodell Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) mit ihrem Herzstück Gemeinwohl-Bilanz für die nachhaltige Entwicklung ihrer Unternehmen bietet.
Es sind dies: arbeit plus Salzburg, Biofair Chiemgau, Biohof Klauser, Chiemgaukorn, Dietzinger + Partner, Deckenmanufaktur Traunstein, em Chiemgau,  Frobenius-Foisner-Holzeis Steuerberatungsgesellschaft mbH,  Forsthaus Adlgass, h + m Garten und Landschaft, Poidl Feinkost, Sachranger Dorfladen, Technisches Büro Hiebel GmbH.
Franz Galler, Koordinator der GWÖ-Regionalgruppe Südostbayern freut sich, dass sich seine Region mehr und mehr zur Gemeinwohl-Region entwickelt.


Bereit zum Aufbruch: Führungskräfte und Unternehmer*innen der 13 Betriebe beim Startworkshop in Traunstein.
Mit am Bild: Die beiden Workshopleiter*innen Isabella Klien (hinten Mitte) und Sabine Lehner (vorne links), GWÖ-Berater*innen aus Salzburg.

Rückfragen an
Franz Galler, Koordinator GWÖ-Regionalgruppe Südostbayern, ed.noiger-egitlahhcannull@ofni
Isabella Klien, GWÖ-Beratergruppe Salzburg, gro.doogocenull@neilk.allebasi

Südostbayern setzt auf die Gemeinwohlökonomie (GWÖ)

Zehn GWÖ-Pionier-Unternehmen für die neue Matrix 5.0
(Laufen, Mai 2017) Bei einer Großveranstaltung Mitte Mai in der Salzachhalle in Laufen wurde sichtbar und spürbar: Südostbayern ist ein fruchtbarer Boden für die Gemeinwohlökonomie. 470 Menschen waren gekommen, um den Vortrag des österreichischen Unternehmer-„Rebellen“ Heini Staudinger zu hören und die ersten zehn GWÖ-Pionier-Unternehmen aus der Region zu feiern, die sich auf der Bühne vorstellten. 

Die Arbeit, die von den zehn Unternehmen geleistet wurde, war in doppelter Hinsicht Pionierarbeit:  Sie waren die ersten aus der Region Südostbayern, die eine GWÖ-Bilanz erstellten, und sie waren die ersten weltweit, die dabei nach der neuen Matrix 5.0 vorgingen.
Foto Galler
Die Pionier*innen auf der Bühne der Salzachhalle (sitzend von links): Johann Lecker (Biohof Lecker), Karin Deinbeck (Zallis Naturkost Café), Liesi Löcker (Biohof Sauschneider), Hagen Schiffler (Geigen- und Bogenbau), Andreas Heilmann (Gartengestaltung), Peter Volk (Malteser Hilfsdienst Traunstein), Hans Glück (Katholisches Kreisbildungswerk Traunstein), Sarah Neumeier (Mein Kindskopf), Andreas Neubauer (Praxisgemeinschaft Fridolfing) und Charles Kunow (Seminarhotel Jonathan). Interviewt wurden sie von Ursula Spannberger (links) und Isabella Klien (rechts) – Foto: Alois Albrecht (zum Vergrößern draufklicken)

Pionierarbeit für die gesamte GWÖ-Bewegung
Die GWÖ-Beraterinnen Isabella Klien und Ursula Spannberger aus Salzburg – sie leiteten gemeinsam die Workshopreihe „Meine 1. Gemeinwohl-Bilanz“– bedankten sich im Namen der internationalen Bewegung für den Pioniergeist der Unternehmen. Durch ihr Engagement beim Erproben der Matrix 5.0 wurde ein wesentlicher Beitrag zur Finalisierung der Arbeitsmaterialien geleistet, die nun als Open Source für alle Interessierten zur Verfügung stehen.

Nutzen für das eigene Unternehmen
Sehr vielschichtig waren die Nutzenaspekte, von denen auf der Bühne berichtet wurde. Die Themenvielfalt reichte von der Würde aller Lebewesen über die Sinnhaftigkeit der eigenen Angebote bis hin zum CO2-Fußabdruck der  Kund*innen. Die ganzheitlich nachhaltige Durchleuchtung des Betriebes anhand der 20 Themen der Matrix – z.B. Menschenwürde in der Zulieferkette, soziale Haltung im Umgang mit Geldmitteln, Förderung des ökologischen Verhaltens der Mitarbeitenden oder Beitrag zum Gemeinwesen – brachte viele Erkenntnisse und Ideen zur Verbesserung.

Die zehn GWÖ-Pionier-Unternehmen für die Matrix 5.0
Andreas Heilmann, Gartengestaltung, Palling, gartenheilmann.de
Biohof Lecker, Laufen, biohof-lecker.de
Biohof Sauschneider, St. Margarethen, biourlaub.at
Hagen Schiffler, Geigen- und Bogenmacher, Laufen, barockbogen.de
– Jonathan Seminarhotel, Chieming, jonathan-seminarhotel.de
Katholisches Kreisbildungswerk, Traunstein, kbw-traunstein.de
Mein Kindskopf, Ruhpolding, meinkindskopf.de
Malteser Hilfsdienst, Traunstein, malteser-traunstein.de
Praxisgemeinschaft Fridolfing, praxisgemeinschaft-fridolfing.de
Zallis Naturkost Café, Ainring, zallis.de
Alle Unternehmen – mit Ausnahme vom Biohof Sauschneider (Salzburg) – sind Mitglieder der GWÖ-Regionalgruppe Südostbayern. Sie haben ihre Gemeinwohl-Berichte gegenseitig bewertet (= Peeraudit). Mit der Ausstellung des Testates und der Veröffentlichung der Gemeinwohl-Bilanzen ist im Juli zu rechnen.

Infoveranstaltung für interessierte Unternehmen im September in Traunstein
Der Boden ist aufbereitet, dass weitere Unternehmen dem Vorbild der zehn Pioniere folgen und sich für eine Strategie zu mehr Gemeinwohl-Orientierung in ihrem Betrieb interessieren. Um diese umfassend zu informieren, findet am 22.9.2017 von 9 bis 13 Uhr im Katholischen Kreisbildungswerk in Traunstein eine große Infoveranstaltung statt.

Ansprechperson für weitere Fragen betreffend GWÖ-Pionier-Unternehmen und Bilanzerstellung:
Südostbayern:
Franz Galler, Koordinator GWÖ-Regionalgruppe Südostbayern, +49/8654/5894721,
gro.eimonokeo-lhowniemegnull@nreyabtsodeus
www.gwoe-bayern.org/suedostbayern

Bundesland Salzburg:
Isabella Klien, GWÖ-Beratergruppe Salzburg, +43/664/3832700, ta.neilkallebasinull@ofni
www.salzburg.gwoe.net