5. Gemeinwohl-Rundbrief vom Büro für nachhaltige Regionalentwicklung

Ich darf noch nicht einmal wählen
und jetzt habe ich eine Klimaklage gewonnen!
Der 17-jährige Fridays-for-Future-Kläger Linus Steinmetz hat erfolgreich gegen das deutsche Klimaschutz-Gesetz geklagt.
Lesen Sie hier einen Artikel vom Tagesspiegel über das bahnbrechende Urteil der Karlsruher Richter …
Originalzitat: „Danach darf nicht einer [unserer] Generation zugestanden werden, unter vergleichsweise milder Reduktionslast große Teile des CO2-Budgets zu verbrauchen, wenn damit zugleich den nachfolgenden Generationen eine radikale Reduktionslast überlassen und deren Leben umfassenden Freiheitseinbußen ausgesetzt würde.“

5. Gemeinwohl-Rundbrief von nachhaltige-region.de

Lesen Sie heute in diesem Email-Rundbrief Informationen über:

1. Online Ausbildung zur/m Spieleleiter*in für Enkeltauglich und Klimafreundlich Leben mit Franz Galler
2. Klimafreundlich Leben mit neuer Internetseite – Interview mit Projektverantwortlichen Hans Glück zum erfolgreichen Pilotabschluss
3. Persönlich KLIMANEUTRAL WERDEN – heute der 3. Schritt: Subsistenz
4. Neu: Klimafreundlich Leben Kurse für Unternehmen & Organisationen – forum Nachhaltig Wirtschaften lädt zum Schnuppern ein!
5. Gemeinwohlökonomie-Bewegung wächst im Jahr 2020 zweistellig um mehr als 30 Prozent
6. Hass im Internet? Nicht bei der Gemeinwohl-Prüfung!
7. Termine
8. Online-Workshop „Nachhaltig Geld anlegen“ am 5.5. mit Renate Hagmann und Silvia Koppensteiner
9. Sind die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele mit Enkeltauglich bzw. Klimafreundlich Leben kompatibel?
10. Das Gemeinwohlkonto in meiner Hausbank
11. Politisch fürs Klima vor Ort aktiv werden – schwarmforfuture.net unterstützt!
12. „Seid gemein – zum Wohl aller!“

1. Online Ausbildung zur/m Spieleleiter*in für Enkeltauglich und Klimafreundlich Leben mit Franz Galler

ONLINE-Angebot für Multiplikator*innen im 2-er-Paket – jetzt anmelden!
Neue Chancen durch online-Format – mittlerweile habe ich erfolgreich sowohl Enkeltauglich und Klimafreundlich Leben Spiele als auch Zertifizierungen online durchgeführt.
Jede/r Kurs-Teilnehmer*in an Enkeltauglich oder Klimafreundlich Leben kann sich nach dem halbjährlichen Kurs zur/m Spieleleiter*in zertifizieren lassen.
Mein konkretes Angebot:
1. Teilnahme an einem Online Enkeltauglich Leben Kurs für Multiplikator*innen – Start am 28.6.
2. Online Zertifizierung zur/m Enkeltauglich oder Klimafreundlich Leben Spieleleiter*in – geplant für Ende des Jahres
Lesen Sie hier ausführliche Informationen zu Terminen & Kosten …

2. Klimafreundlich Leben mit neuer Internetseite – Interview mit Projektverantwortlichen Hans Glück zum erfolgreichen Pilotabschluss
Nach erfolgreicher Pilotphase soll das neue Kurs-Format „Klimafreundlich Leben“ (KFL) ebenso durchstarten wie „Enkeltauglich Leben“ (EL).
Erfahren Sie hier im Interview mit Hans Glück, warum es neben EL nun auch KFL gibt, was die beiden Spiele gemeinsam haben, was sie unterscheidet … und vor allem, wie es nun nach dem erfolgreichen Projektabschluss weitergehen soll.
Foto: Effner
Hans Glück ist Referent für Nachhaltigkeit und Familienbildung im Kath. Bildungswerk Traunstein (KBW TS) und Projektverantwortlicher für Enkeltauglich Leben und Klimafreundlich Leben.

3. Persönlich KLIMANEUTRAL WERDEN – heute der 3. Schritt: Subsistenz
Unser Ziel: In 5 konkreten Schritten persönlich KLIMANEUTRAL werden
Erfahren Sie im Interview mit Hermann Hofstetter Interessantes zur alles entscheidenden Klima-Frage und wie jede/r im Sinne des Pariser Klimaschutz-Abkommens KLIMANEUTRAL werden kann … wir nehmen hierzu als Diskussions-Basis den „durchschnittlichen deutschen C02-Fußabdruck“.
Was ist bisher passiert?
Der 1. Schritt war eine „wachrüttelnde Klima-Ist-Analyse“ – wir haben dabei festgestellt, wie wichtig es auf dem Weg zur persönlichen Klimaneutralität ist, diese Ist-Situation zu akzeptieren UND ins Handeln zu kommen.
Im 2. Schritt zeigten wir durch 4 Beispiele für „Effizienz-Maßnahmen“ auf, wie die/der durchschnittliche Deutsche relativ leicht den persönlichen C02-Fußabdruck von 11,6 to auf ca. 9,5 to reduzieren könnte.
Heute geht es hier im 3. Schritt mit der Strategie „Subsistenz“ und weiteren 4 Beispiel-Maßnahmen weiter, mit denen wir den Fußabdruck auf ca. 6 to reduzieren …

4. Neu: Klimafreundlich Leben Kurse für Unternehmen & Organisationen – forum Nachhaltig Wirtschaften lädt zum Schnuppern ein!
C02-Fußabdruck für Unternehmen & Organisationen senken – gemeinsam. konkret. wirkungsvoll
Erfolgreiches Kurs-Format „Klimafreundlich Leben“ JETZT pass-genau für Unternehmen & Organisationen
Klimafreundlich Leben ist nicht nur für Privatpersonen geeignet – wir bieten das Kursformat auch als maßgeschneidertes Umsetzungs & Vernetzungs-tool für Unternehmen & Organisationen an – auf Wunsch incl. Berechnung des Unternehmens-Fußabdrucks und Infos bzw. regionaler Handlungsoptionen rund um eine mögliche CO2-Kompensation an!
Lesen Sie hier ausführliche Informationen …

5. Gemeinwohlökonomie-Bewegung wächst im Jahr 2020 zweistellig um mehr als 30 Prozent
Gute Nachrichten vom Internationalen GWÖ-Verband
Zum Jahresende wurden 3.643 Mitglieder gezählt. Die Wachstumsrate im Vergleich zum Vorjahr beträgt 31 %. Unterschiedliche Entwicklung in den einzelnen Ländern: + 59 % in Deutschland, + 46 % in Spanien, + 31 % in Italien, + 1 % in Österreich, aber enormer Zuwachs bei den österreichischen Landesverbänden aufgrund von Umstrukturierungen. Quelle: „Blicke April 21“
Sie wollen sich auch an der GWÖ-Bewegung beteiligen und lfd. informieren?
Hier erfahren Sie mehr, wie Sie die Bewegung für ein ethisches und nachhaltiges Wirtschafts-System unterstützen können …
Hier können Sie die „Blicke“, den newsletter der GWÖ-Bewegung, abonnieren …

6. Hass im Internet? Nicht bei der Gemeinwohl-Prüfung!
Foto: GfG
Healing Home für indische Frauen und Kinder – Retreat Center – Permakulturgarten – auf diesen drei Säulen ruht das Maha Maya Center of Consciousness
Anfang April durchlief das Projekt Maha Maya Center of Consciousness erfolgreich unsere Gemeinwohl-Prüfung im Crowdfunding für Gemeinwohl. Bis 30. Juni steht es nun auf gemeinwohlprojekte.at zur Finanzierung bereit mit ausführlichen Infos für alle, die dieses Projekt unterstützen wollen …

7. Termine
3.5. KBW Traunstein: online Info-Veranstaltung „Klimafreundlich Leben“ mit Franz Galler
5.5.  Online-Workshop „Nachhaltige Veranlagung“ mit Renate Hagmann
10.5. Kurs-Start Klimafreundlich Leben Online für Privat-Personen, Multiplik., Vereine mit Judith Landes – – noch Restplätze frei!
12.5. Info-Webinar zum Zert.Lehrgang „Geld und Gemeinwohl: Die Finanzwelt verstehen und gestalten“
22.6. Online-Schnupperkurs Klimafreundlich Leben/Wirtschaften, Forum Nachhaltig Wirtschaften, 9.30 h
24.6. Online-Schnupperkurs Klimafreundlich Leben/Wirtschaften, Forum Nachhaltig Wirtschaften, 18 Uhr
28.6. Kurs-Start Enkeltauglich Leben Online für Multiplikator*innen mit Franz Galler – mit Spieleleiter*innen-Zertifizierung online für Enkeltauglich Leben und Klimafreundlich Leben

8. Online-Workshop „Nachhaltig Geld anlegen“ am 5.5. mit Renate Hagmann und Silvia Koppensteiner
Foto: CC0 Creative Commons
Sie wollen, dass Ihre Geldanlagen genau die Werte, Unternehmen und die Wirtschaftsmodelle unterstützen, die Ihnen wichtig sind?
Das ist möglich und vor allem ein besonders wichtiger Faktor um den Wandel hin zu einer umfassenden, beständigen Nachhaltigkeit erfolgreich werden zu lassen. Heute regiert Geld die Welt – aber es geht auch anders: Machen wir Geld zum Mittel fürs Gemeinwohl!
Hier geht´s zum online-Workshop der Akademie für Gemeinwohl am 5.5. von 18 – 21 Uhr mit Renate Hagmann und Silvia Koppensteiner

9. Sind die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele mit Enkeltauglich bzw. Klimafreundlich Leben kompatibel?
Vorstellung Enkeltauglich und Klimafreundlich Leben bei Online-Workshop von Engagement Global
Im Rahmen eines Online-Workshops von Engagement Global, dem bayerischen Volkshochschulverband und dem Verband der Bildungszentren im ländlichen Raum in Bayern, stellte ich „Enkeltauglich Leben“ und „Klimafreundlich Leben“ vor.
Foto Christian Lieder
Lesen Sie hier das feedback von Christian Lieder, Organisator der Veranstaltung für Engagement Global …

10. Das Gemeinwohlkonto in meiner Hausbank
Foto: GfG
Fordern Sie Ihre Hausbank dazu auf, ein Gemeinwohlkonto einzurichten!
Das ist eine konkrete Maßnahme, die jede und jeder rasch in die Wege leiten kann, um das Gemeinwohl im Geld- und Finanzsystem wachsen zu lassen.
Die Idee kam im aktuell laufenden Online-Kompaktkurs „Geld und Demokratie“ aufs Tapet und fand unter den 360 Teilnehmer*innen großen Anklang.
Kurz danach waren ein Leitfaden und eine E-Mail-Vorlage erstellt – inklusive Kontakt zu Fritz Fessler, Vorstand der Genossenschaft für Gemeinwohl.
Seit heuer berät und unterstützt die Genossenschaft Banken dabei, das Gemeinwohlkonto in ihre Produktpalette aufzunehmen. Diese neue Aktivität fruchtet bereits – soeben entsteht das erste Gemeinwohlkonto Deutschlands! Näheres dazu in Kürze …
Sie wollen auch in Ihrer Bank ein Gemeinwohlkonto?
Werden Sie gerne aktiv und bedienen sich der Vorlagen! Achtung, die Übung könnte gelingen! :)

11. Politisch fürs Klima vor Ort aktiv werden –schwarmforfuture.net unterstützt!
Der Schwarm und du im Wahlkreis: Gemeinsam für echte 1,5-Grad-Politik !

Der Schwarm ruft Bundestags-Abgeordnete der GroKo dazu auf, das gemeinsame Positionspapier „Kompass Klimazukunft“ persönlich zu unterzeichnen und noch vor der Bundestagswahl 2021 mit der Umsetzung zu starten.
Hier der link zur Schwarm-Seite ….

12. „Seid gemein – zum Wohl aller!“
Interview mit dem britischen Geldexperten Peter König
Im Oktober 2021 startet der Zertifikatslehrgangs Geld und Gemeinwohl – die Finanzwelt verstehen und gestalten der Akademie für Gemeinwohl in die 3. Runde. Die kleinste Einheit der „Finanzwelt“ ist wohl die persönliche Beziehung, die jede und jeder zu Geld hat – und diese zu erforschen der naheliegendste Beitrag zu einem Wandel im Geld- und Finanzwesen insgesamt. Mithilfe der „Geldarbeit“, einer Methode des britischen Geldexperten Peter Koenig, machen sich die Teilnehmer*innen des Lehrgangs auf diese mitunter recht intensive Reise.
Lesen Sie hier das gesamte Interview mit dem britischen Geldexperten …

Seit dem 25. Mai 2018 gilt die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)
Ich werde natürlich weiterhin Ihre persönlichen Daten schützen und freue mich, wenn Sie mir auch künftig Ihr Vertrauen schenken.
Wenn Sie diesen kostenlosen Email-Rundbrief und meine Informationen
– rund um Enkeltauglich Leben & Klimafreundlich Leben
– zu Geld & Gemeinwohl
– mit Praxisbeispielen nachhaltiger Regionalentwicklung
– mit Terminen und Veranstaltungshinweisen
und zur Gemeinwohl Region Südostbayern
nicht mehr wünschen, nutzen Sie bitte diesen Abmeldelink.

Dieser Rundbrief ist kostenlos und wird mittlerweile an 1.057 Personen versandt.

Bitte leiten Sie ihn doch an Ihre Freunde und Bekannte weiter mit dem Hinweis, dass Sie den Rundbrief hier (klick) selbst abonnieren können. Danke!

Herzliche Grüße
Franz Galler
100 % fürs Gemeinwohl!
Büro für nachhaltige Regionalentwicklung
Geppinger Str. 21, D-83404 Ainring
Tel.Nr. 0049 (0) 86 54 – 58 94 721 oder mobil: 0049 (0) – 176-63118811
ed.noiger-egitlahhcannull@ofni
www.nachhaltige-region.de

 

In 5 konkreten Schritten persönlich KLIMANEUTRAL werden – heute der 3. Schritt: Subsistenz!

Mit 4 konkreten Subsistenz-Maßnahmen den CO2-Fußabdruck der/s durchschnittlichen Deutschen um weitere 4 to senken!

Erfahren Sie hier im Interview mit Hermann Hofstetter Interessantes rund um die alles entscheidende Klima-Frage, den CO2-Fußabdruck, sowie am Beispiel fünf konkreter Schritte, wie jede/r im Sinne des Pariser Klimaschutz-Abkommens KLIMANEUTRAL werden kann …
Foto: Hofstetter
Hermann Hofstetter ist Referent für Schöpfungsverantwortung der Erzdiözese München und Freising und Umweltmanagementbeauftragter des Ordinariats. Er ist im Vorstand vom TAGWERK Förderverein „Unsere Bio Nachbarn“ und Mitglied im Spezialist*innen-Team von Klimafreundlich Leben.

Franz:
Hallo lieber Hermann!
Zuerst möchte ich für mögliche „Erst-Leser“ kurz Revue passieren lassen, was bisher zu unserem Motto „In 5 konkreten Schritten persönlich KLIMANEUTRAL werden“ passiert ist:
* der 1. Schritt war eine „wachrüttelnde Klima-Ist-Analyse“ von dir – wir haben dabei festgestellt, wie wichtig es auf dem Weg zur persönlichen Klimaneutralität ist, diese Ist-Situation zu akzeptieren UND ins Handeln zu kommen
* mit dem 2. SchrittEffizienz“ als Option des eigenen Handelns haben wir im Interview aufgezeigt, wie die/der durchschnittliche Deutsche mit 4 konkreten Maßnahmen relativ leicht den persönlichen C02-Fußabdruck von 11,6 to auf ca. 9,5 to reduzieren könnte.
Heute geht es nun im 3. Schritt mit der Strategie „Subsistenz“ weiter …
Hermann, was ist unter „Subsistenz“ zu verstehen und welche Bedeutung hat diese Strategie im Hinblick auf den persönlichen C02-Fußabdruck?

Hermann:
Der Begriff Subsistenz ist nicht allen so geläufig, nicht eindeutig definiert und weist in unterschiedlichen Kontexten sogar abweichende Bedeutungsinhalte auf. Zum besseren Verständnis würde ich hier den Begriff „Austauschen“ verwenden. Es werden also in den eigenen Handlungsfeldern Produkte und Verhaltensweisen nicht ganz weggelassen, wie bei der Suffizienz, sondern gegen Produkte und Verhaltensweisen ausgetauscht, die den persönlichen CO2-Fußabdruck reduzieren. Es ist also mehr als die Strategie der „Effizienz“, bei der es in der Regel um Einsparen geht, also vereinfacht betrachtet, erfolgt bei der Subsistenzstrategie ein vollständiges Auswechseln – im besten Fall zu null CO2-Emissionen. Der Nachteil liegt oft darin, dass durch jeden stattfindenden Ersatz mit Neuprodukten, der persönliche CO2-Berg zunächst wieder vergrößert wird. Darüber wird zu wenig nachgedacht.

Franz:
Welche 4 konkreten Schritte in den Bereichen Ernährung, Konsum, Mobilität und Gebäude/Energie schlägst du vor, dass wir uns beispielhaft im Bereich Subsistenz anschauen?

Hermann:
Nehmen wir uns doch gleich mal den Bereich Mobilität vor. Wir erleben ja gerade, dass eine Umstellung der Pkw-Antriebe stattfindet. Der Wechsel vom Verbrenner zum Elektroantrieb ist tatsächlich dringend durchzuführen, da die Technik vorhanden ist. Natürlich muss dazu erst ein neuer Pkw produziert werden, was wieder sehr hohe CO2-Emissionen verursacht. Damit lässt sich eine enkeltaugliche Pkw-Gleichung vom Grundsatz her schon weitgehend ableiten, nämlich: Der existierende Fahrzeug Ist-Bestand muss ab sofort stark zurückgehen und nicht-fossil betrieben werden. Um die Klimaziele zu erreichen, gibt es eine klare Aufgabenstellung, die die nachfolgende Grafik sehr gut veranschaulicht (Daten Umweltbundesamt, grafische Darstellung Martin Cormann):

Darüber hinaus müssen die existierenden bzw. noch hinzukommenden Kraftfahrzeuge zukünftig vollkommen in Deutschland recycelt werden, so dass wir über die Stoffbilanz keine CO2-Emissionen weiter anhäufen.

Bei der Ernährung gibt es, nicht nur was die Treibhausgasemissionen betrifft, tatsächlich viele Möglichkeiten von „schlecht“ auf „gut“ zu wechseln, ohne dadurch wieder in anderen Bereichen einen großen Fußabdruck auszulösen. Nehmen wir nur mal als Beispiel den konsequenten Umstieg bei Gemüse, Salat und Obst. Wenn man in den Saisonkalender von WWF oder Greenpeace schaut, erkennt man sehr gut, in welchem Paradies wir eigentlich leben. Über viele Monate im Jahr gibt es aus unseren Landen sozusagen „frisch vom Feld“ dutzende von Gemüse- und Salatarten. Selbst ökologisch produzierte heimische Ware kann unter Beachtung der saisonalen Verfügbarkeit preislich günstig bezogen werden. Es ist klar, dass wir in den Bereich Lebensmittelauswahl und -verarbeitung viel mehr Zeit investieren müssen, als wir es bisher gewohnt sind. Zeitlich gesehen haben wir unsere Ernährung eigentlich als zeitraubende Nebenbeschäftigung eingetaktet. Nochmal: Aus meiner Erfahrung kann sich so gut wie jede/r saisonales, regionales und ökologisches Gemüse, Salat und Obst leisten. Das Gegenteil ist nicht zukunftsfähig und können wir uns daher schon lange nicht mehr leisten.

Das Handlungsfeld Konsum ist aus meiner Sicht echt ein Problem. Vieles was wir hier veranstalten ist völlig sinnlos und muss eigentlich ganz weggelassen werden. Einiges können wir selbstverständlich auf „enkeltauglich“ umstellen. Ich würde sagen, dafür ist Kleidung ein sehr gutes Beispiel. Klar, wir alle brauchen Kleidung, aber genau deswegen macht es einen riesigen Unterschied, wie und welche Kleidung wir beschaffen. Die Lieferketten für Kleidungsprodukte gehen über den ganzen Erdball, da in Mitteleuropa nahezu keine Produktion mehr erfolgt. Wo müssen wir nun hinkommen!? Zunächst müssen wir rasch raus aus der Baumwolle und aus synthetischen Materialien – mir ist schon klar, dass sich jetzt einige fragen, wie das gehen soll. Meine Entwicklungsvorstellung ist aber nicht unzumutbar, schon gar nicht angesichts der Schäden und Langzeitfolgen, die wir mit Kleidung verursachen. Heimische Bioprodukte aus Leder, Schafwolle, Hanf, Jute und Leinen von nachhaltigen Unternehmen müssen wieder den Großteil unserer Kleider ausmachen. Es gibt auch andere Naturmaterialien und Textilien, die mehr Bedeutung bekommen könnten. Wenn man jetzt hinzugenommen noch mehr „repariert“, tauscht und wiederverwendet ist die Verbesserung des Fußabdrucks enorm.

Wirklich wichtig, um der kommenden Klimakatastrophe schnell wirksam entgegen zu treten ist für die große Mehrheit der Gebäudeeigentümer der Austausch ihrer Wärmeerzeugungssysteme. In Deutschland werden immer noch ca. 90% aller Heizzentralen mit Öl, Gas oder Kohle versorgt, da brauchen wir zu Priorität eins bei Gebäuden/Energie nicht lange weiterdiskutieren. Die ewige Lamentiererei zur energetischen Sanierung von Gebäuden hat jahrzehntelang die eigentlichen Kernprobleme verdeckt und zu gewaltigen Fehlentwicklungen – wie z.B. der finanziellen Förderung des massiven Einsatzes von Erdöl-basierten Dämmmaterialien (=Sondermüll) – geführt. Selbstverständlich soll so wenig Raumwärme wie möglich aus den Gebäuden entweichen. Um aber in den deutschen Liegenschaften zukunftsfähig zu werden, muss außer der klimafreundlichen Energieversorgung und ausnahmslos nachhaltiger Baumaterialien der m2-Anteil an Grundfläche und Gebäudefläche, der für den eigenen Bedarf beansprucht wird, stark verringert werden. Diese Debatte müssen wir in unserer Gesellschaft nun eröffnen, so unangenehm das auch werden wird.

Franz:
… und um wieviel würde sich durch deine beispielhaften 4 Subsistenz-Maßnahmen der durchschn. CO2-Fußabdruck des/der Deutschen reduzieren?

Hermann:
Das kann ich natürlich nur in Durchschnittswerten je Bundesbürger und Jahr angeben. Die Werte habe ich stark gerundet und es hängt halt alles auch von den persönlichen Lebensbedingungen ab.
Für den Heizungstausch von fossilen zu regenerativen Energieträgern rechne ich mit einer Einsparung von 1,5 to CO2. Eine gleich hohe CO2-Emissionsreduktion sehe ich beim Ersatz des Verbrenner-Pkws durch ein E-Auto, das darf aber kein Hybrid sein. Der konsequente Bezug von saisonalem Bio-Regio Gemüse, Salat und Obst schlägt mit 0,5 to CO2 zu Buche. Auch bei der enkeltauglichen Kleidung würde ich 0,5 to CO2 ansetzen, da gibt es einschlägige Berechnungen, die niedriger liegen, aber mit Verlaub: die rechnen nicht alle Faktoren, so wie ich.

Franz:
Das heißt, mit diesen vier Subsistenz-Maßnahmen – die im Grunde jede/r relativ leicht machen kann – haben wir den CO2-Fußabdruck von durchschnittlich 9,5 to/Jahr nach dem 1. Schritt „Effizienz“ im 2. Schritt um weitere 4 to auf rund 6 to / Jahr reduziert, und liegen damit schon um ca. 45 % unter dem Fußabdruck der/s durchschnittlichen Deutschen. Super!

Hermann:
Ja, genau – da muss ich aber noch kleine Ergänzungen dazu loswerden. Ich habe mit dem Heizungstausch schon eine ordentliche Investitionsmaßnahme ausgewählt; bei dem tatsächlich vorhandenen Vermögen in Deutschland ist das aber für mich Jammern auf hohem Niveau. Bei den anderen Vorschlägen muss man definitiv in Zukunft mehr Zeit investieren, umsonst gibt es nichts. Falls jemand jetzt die Zahlen, die du gerade aufaddiert hast, nachrechnet muss ich noch eins sagen: Teile der Einsparungen aus Effizienz und Subsistenz würden bei genauerer Betrachtung doppelt gerechnet, deshalb habe ich die Ergebnisse (6 to und 45%) leicht nach oben korrigiert.

Franz:
Beim nächsten Mal geht es nach Effizienz und Subsistenz um das Thema „Suffizienz“ – was für dich gewissermaßen der „Königsweg“ oder man könnte auch sagen, der entscheidende Ansatz ist. Willst du uns heute schon verraten, warum du das so siehst?

Hermann:

Ja, gerne. Ich habe vorhin ja schon kurz anklingen lassen, was ich beispielsweise zum unverantwortlich hohen „Raumbedarf“ in unserem Land denke. Dieses vollkommen überzogene Anspruchsverhalten liegt allerdings in allen Lebensbereichen vor und ist leider anerzogen und angelernt. Maßhalten wurde immer als Einschränkung und nicht als Tugend angesehen, wogegen Wachstum und Ausschöpfen diversester Angebote immer noch als Ziel und Inhalt eines erfüllten Lebens beworben werden. Daher wird möglicherweise für viele die Suffizienzstrategie das interessanteste Thema werden, denn hier kommen wir bei den Handlungsfeldern an die persönlichen „Schmerzgrenzen“. Das „Nichtbeanspruchen“ und der echte „Verzicht“ ist das Mittel der Wahl, weil es halt sofort und nachhaltig zu einer Streichung des entsprechenden Fußabdruckanteils führt. Insgesamt betrachtet haben wir für die meisten Effizienz- und Subsistenzthemen nicht mehr die Zeit – das deutsche CO2-Budget ist in rund 7 Jahren aufgebraucht. Mir ist bewusst, dass diese unangenehme Wahrheit nicht zu Begeisterungsstürmen führt, es gab aber noch nie eine Zeit, in der wir so viel ins Positive verändern, bewegen, erfinden und gestalten können. Für mich als Transformer schlägt jeden Tag das Entwicklerherz in höchsten Tönen. Die Zukunft wird wunderbar und die nachfolgenden Generationen werden mit großer Hochachtung auf uns, unseren Mut und unsere Leistungen zurückblicken.

Franz:
Danke Hermann für das Interview  und für dein Mut machendes persönliches Zukunftsbild am Schluß – wir freuen uns schon wieder auf das nächste Mal, wenn es um die spannende Frage des „Was-brauche-ich-wirklich-für-ein-gutes-Leben-Frage“ geht!