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Mai 22 17

Südostbayern setzt auf die Gemeinwohlökonomie (GWÖ)

Zehn GWÖ-Pionier-Unternehmen für die neue Matrix 5.0
(Laufen, Mai 2017) Bei einer Großveranstaltung Mitte Mai in der Salzachhalle in Laufen wurde sichtbar und spürbar: Südostbayern ist ein fruchtbarer Boden für die Gemeinwohlökonomie. 470 Menschen waren gekommen, um den Vortrag des österreichischen Unternehmer-„Rebellen“ Heini Staudinger zu hören und die ersten zehn GWÖ-Pionier-Unternehmen aus der Region zu feiern, die sich auf der Bühne vorstellten. 

Die Arbeit, die von den zehn Unternehmen geleistet wurde, war in doppelter Hinsicht Pionierarbeit:  Sie waren die ersten aus der Region Südostbayern, die eine GWÖ-Bilanz erstellten, und sie waren die ersten weltweit, die dabei nach der neuen Matrix 5.0 vorgingen.

Die Pionier*innen auf der Bühne der Salzachhalle (sitzend von links): Johann Lecker (Biohof Lecker), Karin Deinbeck (Zallis Naturkost Café), Liesi Löcker (Biohof Sauschneider), Hagen Schiffler (Geigen- und Bogenbau), Andreas Heilmann (Gartengestaltung), Peter Volk (Malteser Hilfsdienst Traunstein), Hans Glück (Katholisches Kreisbildungswerk Traunstein), Sarah Neumeier (Mein Kindskopf), Andreas Neubauer (Praxisgemeinschaft Fridolfing) und Charles Kunow (Seminarhotel Jonathan). Interviewt wurden sie von Ursula Spannberger (links) und Isabella Klien (rechts) – Foto: Alois Albrecht (zum Vergrößern draufklicken)

Pionierarbeit für die gesamte GWÖ-Bewegung
Die GWÖ-Beraterinnen Isabella Klien und Ursula Spannberger aus Salzburg – sie leiteten gemeinsam die Workshopreihe „Meine 1. Gemeinwohl-Bilanz“– bedankten sich im Namen der internationalen Bewegung für den Pioniergeist der Unternehmen. Durch ihr Engagement beim Erproben der Matrix 5.0 wurde ein wesentlicher Beitrag zur Finalisierung der Arbeitsmaterialien geleistet, die nun als Open Source für alle Interessierten zur Verfügung stehen.

Nutzen für das eigene Unternehmen
Sehr vielschichtig waren die Nutzenaspekte, von denen auf der Bühne berichtet wurde. Die Themenvielfalt reichte von der Würde aller Lebewesen über die Sinnhaftigkeit der eigenen Angebote bis hin zum CO2-Fußabdruck der  Kund*innen. Die ganzheitlich nachhaltige Durchleuchtung des Betriebes anhand der 20 Themen der Matrix – z.B. Menschenwürde in der Zulieferkette, soziale Haltung im Umgang mit Geldmitteln, Förderung des ökologischen Verhaltens der Mitarbeitenden oder Beitrag zum Gemeinwesen – brachte viele Erkenntnisse und Ideen zur Verbesserung.

Die zehn GWÖ-Pionier-Unternehmen für die Matrix 5.0
Andreas Heilmann, Gartengestaltung, Palling, gartenheilmann.de
Biohof Lecker, Laufen, biohof-lecker.de
Biohof Sauschneider, St. Margarethen, biourlaub.at
Hagen Schiffler, Geigen- und Bogenmacher, Laufen, barockbogen.de
– Jonathan Seminarhotel, Chieming, jonathan-seminarhotel.de
Katholisches Kreisbildungswerk, Traunstein, kbw-traunstein.de
Mein Kindskopf, Ruhpolding, meinkindskopf.de
Malteser Hilfsdienst, Traunstein, malteser-traunstein.de
Praxisgemeinschaft Fridolfing, praxisgemeinschaft-fridolfing.de
Zallis Naturkost Café, Ainring, zallis.de
Alle Unternehmen – mit Ausnahme vom Biohof Sauschneider (Salzburg) – sind Mitglieder der GWÖ-Regionalgruppe Südostbayern. Sie haben ihre Gemeinwohl-Berichte gegenseitig bewertet (= Peeraudit). Mit der Ausstellung des Testates und der Veröffentlichung der Gemeinwohl-Bilanzen ist im Juli zu rechnen.

Infoveranstaltung für interessierte Unternehmen im September in Traunstein
Der Boden ist aufbereitet, dass weitere Unternehmen dem Vorbild der zehn Pioniere folgen und sich für eine Strategie zu mehr Gemeinwohl-Orientierung in ihrem Betrieb interessieren. Um diese umfassend zu informieren, findet am 22.9.2017 von 9 bis 13 Uhr im Katholischen Kreisbildungswerk in Traunstein eine große Infoveranstaltung statt.

Ansprechperson für weitere Fragen betreffend GWÖ-Pionier-Unternehmen und Bilanzerstellung:
Südostbayern:
Franz Galler, Koordinator GWÖ-Regionalgruppe Südostbayern, +49/8654/5894721,
gro.eimonokeo-lhowniemegnull@nreyabtsodeus
www.gwoe-bayern.org/suedostbayern

Bundesland Salzburg:
Isabella Klien, GWÖ-Beratergruppe Salzburg, +43/664/3832700, ta.neilkallebasinull@ofni
www.salzburg.gwoe.net

Mai 12 17

Schuh-Rebell Heini Staudinger begeistert große Zuhörerschaft – Laufen 12. Mai 2017

Gemeinwohl-Aufbruch Südostbayern gut unterwegs


Sichtlich erfreut über das große Interesse begrüßte Veranstalter Franz Galler als Koordinator der im letzten Jahr neu gegründeten Gemeinwohl-Regionalgruppe Südostbayern 470 Gäste in der fast ausverkauften Laufener Salzachhalle. Er bedankte sich bei den vielen engagierten Bürgern, die über ihre
Netzwerke die Veranstaltung beworben hatten.
Galler erläuterte zu Beginn die Ziele der Veranstaltung. Die lokale Gemeinwohl-Bewegung wolle gemeinwohl-orientierten Werten durch eine Vernetzung bürgerschaftlicher Akteure in der Gemeinwohl-Region Südost aus den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein mehr Gehör verschaffen. Dies sei lt. Galler verankert durch Art. 151in der Bayerischen Verfassung, wonach die „gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dem Gemeinwohl diene“. Vor einem Jahr startete der regionale Gemeinwohl-Aufbruch mit einem Vortrag vom österreichischen Gründer der Gemeinwohl-Bewegung Christian Felber an selber Stelle. Die internationale Bewegung erhalte vermehrt Zuspruch und habe weltweit mittlerweile ca. 10.000 Unterstützer. Zwischenzeitlich sei man auch in der Region bei der praktischen Gemeinwohl-Umsetzung für Bürger, Kommunen und Unternehmen gut vorangekommen.
Zusammen mit dem Kreisbildungswerk Traunstein wurde das „Jahresprojekt Gemeinwohl-orientiertes Leben“ gegründet und ein Kurs „Enkeltaugliches Leben“ für BürgerInnen konzipiert, der gerade in einer Pilotphase läuft und ab dem Herbst an interessierte Bildungseinrichtungen multipliziert werden soll. Verursacht durch eine Info-Veranstaltung mit dem Thema „Gemeinwohl-Bilanz für Kommunen“ werde die Gemeinde Kirchanschöring als erste regionale Kommune ab Herbst mit dem „Gemeinwohl- Prozess“ beginnen, so Galler.
Hier eigener Artikel „Südostbayern setzt auf die Gemeinwohl-Ökonomie“
Nach diesen einführenden Worten stellten sich daraufhin zehn „frisch gebackene“ Gemeinwohl-Unternehmen aus unserer Region vor. Diese hatten im Herbst 2016 mit der workshop-Reihe „Meine erste Gemeinwohl-Bilanz“ begonnen. In der Gruppe erstellten sie in den letzten Monaten ihren ersten Gemeinwohl-Bericht und bewerteten sich dabei gegenseitig – weltweit als erste Unternehmen nach der neuen Gemeinwohl-Matrix 5.0. Unter Moderation von Isabella Klien und Ursula Spannberger von der Gemeinwohl-Beratergruppe Salzburg erklärten diese Pionier-UnternehmerInnen den Besuchern in kurzen Sequenzen die wesentlichen Eckpunkte einer Gemeinwohl-Bilanz, die auf den Werten Menschenwürde, Solidarität, Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und Transparenz/Mitentscheidung basiert. Im Herbst wird die nächste Ausbildungsreihe starten. Eine „Gemeinwohl-Bilanz“ nach den Richtlinien des Gemeinwohl-Dachvereins haben weltweit zwischenzeitlich ca. 400 Unternehmen erstellt, darunter z.B. die Sparda-Bank München, die Sparkasse Dornbirn, die Fachhochschule Burgenland, der outdoor-Ausrüster VAUDE oder die Berliner Tageszeitung TAZ.
 
In seinem darauffolgenden 1 ½-stündigen Vortrag fesselte der wohl bekannteste österreichische Gemeinwohl-Unternehmer und Waldviertler-Schuh-Rebell Heini Staudinger die anwesenden Besucher. „Über den Mut, die Liebe, die Wirtschaft und das Leben“ war der Titel seiner freien Rede, gespickt mit Zitaten und Gedichten, in der er viele Episoden aus seinem bewegten Leben einbaute.

 
Mit großem Applaus begrüßte die Zuhörerschaft seine anwesende 89-jährige Mutter, in deren „Tante-Emma-Laden“ der Referent schon vor seiner Schulzeit die wesentlichen drei Grundkenntnisse für ein erfolgreiches Wirtschaften gelernt habe: Grüßen, Dienen und Kopfrechnen.

Staudinger setzt in seinem Unternehmen, den Waldviertler Schuhwerkstätten mit über 300 Mitarbeitern, die große Sehnsucht vieler Menschen hin zu einem anderen Wirtschaften nach den Werten Vertrauensbildung, Wertschätzung, Kooperation, Solidarität und Teilen, um. Der österreichische Visionär zeigte im Niedergang der einst erfolgreichen europäischen Schuhbranche die großen Widersprüche einer immer mehr zunehmenden Globalisierung und der damit verbundenen dramatischen ökologischen Auswirkungen auf. Diese beschrieb er eindrucksvoll an den kontinuierlichen Veränderungen des von ihm geliebten afrikanischen Kontinents, den er 19-jährig durch eine von zu Hause aus gestartete monatelange Mofa-Tour in und auswendig kennenlernte. Dies war der Startschuss für mehrere Afrika-Projekte, die er finanziell und ideell unterstützt.
Staudinger beschreitet in seiner nunmehr gut 30-jährigen Firmengeschichte immer wieder neue „verrückte“ Wege, nimmt kein Blatt vor dem Mund und scheut keinen Konflikt, wenn es um die Verteidigung der Menschenwürde und das „gute Leben“ geht. Seinen Lieblingsspruch „es gibt im Leben nichts Wichtigeres als das Leben“ zeigte er in seiner radikalen Umsetzung an vielen persönlichen und tiefgehenden Beispielen auf.

Natürlich ging er besonders auf seinen Konflikt mit der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) ein, durch den er über die Landesgrenzen hinweg berühmt wurde und worüber im letzten Jahr auch erfolgreich der Film „Das Leben ist keine Generalprobe“ in den Kinos lief. Die FMA wollte ihm sein eigenes Finanzierungsmodell verbieten, mit dem er über Freude und Kunden sein Unternehmen rettete, als ihm die Bank den Kreditrahmen strich. Über Jahre forderte er medienwirksam das Recht von Klein- und Mittelbetrieben ein, sich privat finanzieren zu dürfen und wurde in 2016 für seinen großen Einsatz belohnt. Seither gibt es in Österreich ein eigenes „crowdfunding-Gesetz“, das dafür den rechtlichen Rahmen geschaffen hat. „Heini“, so wie ihn seine Fans liebevoll nennen, endete seinen Vortrag mit einem Gedicht von Rilke und erntete danach großen Beifall.

Aufbruchsstimmung lag in der Luft als Veranstalter Franz Galler zum Abschluss die geplanten nächsten Schritte vorstellte. Viele Anwesende bekundeten schriftlich auf Reaktionszetteln ihr Interesse an der Gemeinwohl-Bewegung Südostbayern. Interessierte Bürger aus der Region können sich ausführlich über die Internetseite www.nachhaltige-region.de informieren und dort auch einen kostenlosen Email-Rundbrief abonnieren, der Interessierte über die laufenden Aktivitäten der Gemeinwohl-Bewegung Südostbayern informiert.

Die Veranstaltung wurde von der fair-trade-Steuerungsgruppe-Laufen-Oberndorf unterstützt. Aus dem Honorarverzicht von Heini Staudinger und Spenden der Besucher können über € 4.000 an das Afrika-Projekt www.booksfortrees.at aus Kenia überwiesen
werden (hier das Spendenkonto).
Der
darüber hinausgehende Reinerlös aus der Veranstaltung in Höhe von ca. € 1.000 geht je zur Hälfte an das Jahresprojekt „Enkeltauglich Leben“ des Katholischen Bildungswerks Traunstein und dem gemeinnützigen Gemeinwohlverein Bayern e.V.

Ein bewegender Abschluss … der ganze Saal sang am Schluss zusammen „Ich will die Dinge anders sehen“ mit Amithra – hier der Text zum Mitsingen!

Feb 28 17

Gemeinwohl-orientiertes Leben: Foto-Bericht zum Ärzte-Doppelvortrag am 18.2. in Traunstein mit 130 Besuchern

Foto-Bericht zum Ärzte-Doppelvortrag am 18.2.17 im KBW Traunstein

Gesundheit braucht Wissen

Gesunde Ernährung & Richtiger Umgang mit der Zeit

mit

Dr. med. Jürgen Birmanns und Dr. phil. Mathias Jung

Am Schluss der Veranstaltung gab es lang anhaltenden Applaus für die beiden Referenten, viel Lob für die Organisation und die von Karin Deinbeck kredenzten vollwertigen Köstlichkeiten …
Allgemeines Fazit: eine gelungene Auftakt-Veranstaltung im Rahmen des KBW-Jahresprojekts „gemeinwohl-orientiertes Leben“!

   
Mit so großer Resonanz hatte das Kreisbildungswerk Traunstein als Veranstalter nicht gerechnet. Ca. 130 Besucher füllten den Theatersaal des Studienseminars Traunstein.

KBW-Projektleiter Franz Galler moderierte die Veranstaltung.
Zu Beginn bedankte er sich bei allen, die diese Veranstaltung im Vorfeld so gut beworben und organisiert hatten. Besonders beim Zallis-Stammtisch der GesundheitsberaterInnen, dem Chiemgauer Regiogeld eV, dem Veranstalter Kreisbildungswerk Traunstein rund um Projektbetreuer und Nachhaltigkeitsreferenten Hans Glück und nicht zuletzt bei seiner Frau Karin Deinbeck mit ihrem Zallis Naturkost Café, die zum 5-jährigen Jubiläum des Vollwert-Cafe´s als Schirmherrin die Veranstaltung mitorganisierte.

Finanziell unterstützt hatte die Veranstaltung auch die Krankenkasse BKK Provita – die erste gesetzliche Krankenkasse mit einer Gemeinwohl-Bilanz, bei der gesunde Ernährung eine herausragende Stellung einnimmt. Sie informierte an einem Stand.

Nachdem Franz Galler sich und die nachhaltigen Pläne des Kreisbildungswerks Traunstein für die nächsten Jahren vorstellte, beantworteten die Besucher



– passend zur Gesundheits-Veranstaltung durch ihr Aufstehen von den Sitzen –

interessante Fragen des Moderators. Die Ergebnisse:
* über die Hälfte der Besucher kam nicht aus dem Landkreis Traunstein, wobei ca. 30 Besucher über 50 km angereist waren
* ca. 20 Besucher kamen aus Österreich
* ca. 15 Besucher üben einen Gesundheitsberuf als Arzt oder Heilpraktiker aus
* ca. 15 ärztlich geprüfte GesundheitsberaterInnen GGB waren im Raum

Franz Galler erläuterte in Kürze die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) und ihre Ziele als alternatives, wertebasiertes Wirtschaftsmodell mit zwei tragenden Säulen:

Geld ist nicht der Zweck, sondern das Mittel zum Zweck
Kooperation statt Konkurrenz
Die Idee der GWÖ ist dabei, so zu wirtschaften, wie wir privat erfüllte Beziehungen leben.

Das Kreisbildungswerk Traunstein macht gerade als eines von 10 lokalen Unternehmen die erste Gemeinwohl-Bilanz und bietet mit dem GWÖ-Jahresprojekt nun Veranstaltungen und die Teilnahme an einer Aktionsgruppe zum Gemeinwohl und Projektgruppe „Entwicklung Gemeinwohl-Kurs“ an.
Ziel des KBW-Projektes ist es, zum Ende des Projektzeitraumes bis August 2017 einen umsetzungsreifen Kurs „Gemeinwohlorientiertes Leben für BürgerInnnen“ entwickelt zu haben. Der Kursrahmen mit den 5 Wertesäulen „Menschenwürde“, „Solidarität“, „Gerechtigkeit“, „ökologische Nachhaltigkeit“ und „Demokratie.Mitbestimmung.Transparenz“ wird mit Vorträgen, workshops, Vorführungen, Aktionen usw. und entsprechender Öffentlichkeitswirkung umgesetzt werden. Anforderung lt. Projektvergabe ist es, dass dieses Lehrangebot auf vergleichbare und qualifizierte Bildungsträger übertragen werden können soll.

Ziel des Ärzte-Doppelvortrags sei es lt. Galler, die Besucher im Sinne von Raiffeisen´s drei Maximen für solidarisches Handeln

– Selbsthilfe – Selbstbestimmung & -verantwortung – Selbstkontrolle

beim Thema „Gesundheit“ zu sensibilisieren.

Dies war eine ideale Überleitung zum 1. Referenten Dr. med. Jürgen Birmanns, der wie sein Kollege Dr. phil. Mathias Jung über 600 km aus Lahnstein, dem Sitz des dortigen Gesundheitszentrums im „Dr. Max-Otto-Bruker-Haus„, angereist war.

Unsere Nahrung – unser Schicksal & Ärztlicher Rat aus ganzheitlicher Sicht“
– das war das Thema des Vortrages.
   
Dr. med. Birmanns erklärte als Nachfolger von Dr. Bruker, warum wir in unserer Wohlstandsgesellschaft – trotz allem Überfluss – mangelernährt sind und mit welcher Ernährung sich verschiedenste Krankheiten vermeiden lassen.
Der große Arzt und Ernährungspionier Dr. med. Max Otto Bruker (1909 – 2001) belegte dies auf eindrucksvolle Weise in jahrzehntelanger Klinikarbeit mit zigtausenden erfolgreich behandelten Patienten. Seit 1978 werden seine Erkenntnisse von Referenten der Gesellschaft für Gesundheitsberatung GGB e. V. in Form unabhängiger Aufklärung, Aus- und Weiterbildung in Gesundheitsfragen vermittelt.

Im Anschluss an das ca. 45 Minuten-Referat, konnten die Zuhörer Ihre Fragen zum Thema Gesundheit und Krankheit von A-Z stellen und die dafür vorgesehene 1/2 Stunde verging viel zu schnell.

„So, jetzt habe ich es Euch gesagt.
Wenn Ihr es tut, so ist es recht,
wenn nicht, so habe ich es wenigstens gesagt.
Macht nun wie Ihr wollt, der Schaden oder der Nutzen ist Euer.“

Mit diesem Zitat von Pfarrer Kneipp endete Dr. Birmanns seinen Vortrag bei lang anhaltendem Applaus.

In der Pause wartete auf die Besucher ein reich gedeckter Bücher-Tisch mit einer Vielzahl von Gesundheitsbüchern der Referenten und von Dr. Bruker, sowie Fachliteratur zur Gemeinwohl-Ökonomie.

Großen Andrang gab es bei den Köstlichkeiten, die Karin Deinbeck vorbereitet hatte.
Hier die Rezepte zum Karo-Tom-Aufstrich, den „besten Bratlingen der Welt„, der Schokocreme, zum Naschkatzen-Aufstrich, zum Frischkorn-Gericht nach Dr. Bruker und dem veganen Marmorkuchen.

Nach der Pause stellte Franz Galler die Möglichkeiten vor, wie Interessierte sich im Rahmen des Jahresprojekts „Gemeinwohl-orientiertes Leben für BürgerInnen“ konkret und praktisch einbringen könnten, um die eigene Lebensweise nach ethischen und ökologischen Kriterien zu überprüfen.
Mit einem Reaktionszettel wurden die Besucher-Interessen an Aktivitäten und Veranstaltungen abgefragt, was die Teilnehmer rege in Anspruch nahmen.
Größtes Interesse bestand dabei an einem Vollwert-Kochkurs, der im Herbst angeboten werden soll, sowie an den beiden kostenlosen Email-Rundbriefen vom Gemeinwohlaufbruch Südostbayern (aktuell ca. 370 Abonnenten) und vom Zallis Naturkost Café (aktuell ca. 920 Abonnenten). (wer den Reaktionszettel noch abgeben will – bitte an ed.noiger-egitlahhcannull@ofni oder per Post an Franz Galler, Geppinger Str. 21, 83404 Ainring senden!).

Mit Spannung warteten die Zuhörer auf den 2. Vortrag von Dr. phil. Mathias Jung mit dem Thema:
Keine Zeit! Atempausen im Zeitalter der Beschleunigung
Der moderne Mensch – so Dr. Jung – verbringt einen immer größeren Teil seiner Zeit (beruflich und Freizeit) im Internet, vor dem Fernseher, am Handy oder hinter Zeitungen. Wir lassen uns medial überfluten. Der Alltag wird vom Terminkalender unserer Smartphones und Notebooks bestimmt, wir haben keine Ruhe und Muße mehr – und unsere Kinder ahmen dieses Leben nach.
Die digitale Revolution ist ein Wunderwerk, das viele Möglichkeiten und Erleichterungen gebracht hat. Doch mittlerweile beherrscht sie uns, statt wir sie. Die Zahl der Online-Süchtigen wächst, ebenso die Zahl der „Burnout“-Diagnosen.

Das Fazit von Dr. Jung:
Im Zeitalter der Beschleunigung brauchen wir dringend Atempausen – für Gespräche und gemeinsame Spiele, bewusstes Lesen und Lernen, zum Innehalten und Nachdenken. Und, last but not least, auch unsere Intimität und Erotik brauchen Zeit und Raum, um überleben zu können.
 
Dr. phil. Jung hielt die Zuhörer mit seinem kurzweiligen und humorvollen Vortrag trotz vorgerückter Stunde in seinem Bann und erntete am Schluss großen Applaus.

Pünktlich um 22 Uhr beendete Franz Galler nach einer Verabschiedung und dem Dank an die Zuhörer für den regen Besuch die Veranstaltung.

Hier ein Email eines Zahnarztes, das uns einige Tage nach der Veranstaltung erreichte:

„lieber franz,
zwei außergewöhnliche referenten !!!
eine hervorragende veranstaltung war das am samstag.
DANKE
bis zum nächsten mal
schönen tag und beste grüße
von rainer
meine frau und zwei freundinnen haben an dem kochkurs im herbst interesse.
(vielleicht mach ich auch mit) – bitte halt uns auf dem laufenden, danke.“


Unser besonderer Dank an den Fotografen  Thomas!

 

Buchempfehlungen zu den Vortragsthemen:

Unsere Nahrung – unser Schicksal von Dr. Max Otto Bruker

Keine Zeit! von Dr. phil. Mathias Jung

Beide Bücher sind u.a. im Zallis Naturkost Cafe erhältlich

Feb 16 17

Informations-Abend zur Projekt- und Aktionsgruppe Gemeinwohl-orientiertes Leben für BürgerInnen

KBW – Traunstein, 7.2.2017

Obwohl gleichzeitig in Traunstein die Erhebung zur fairtrade-Stadt war – was uns einige bereits angemeldete TeilnehmerInnen „kostete“ – kamen zum ersten Kurs-Treffen über 30 Personen.
   
Wir waren überwältigt … aus München, aus Passau, aus Salzburg … der Großteil aber aus dem Landkreis Traunstein.

Von 19 bis 20 Uhr traf sich die „Aktionsgruppe zum Gemeinwohl“ und bei über 20 InteressentInnen stellten 5 Personen ihre Projekt-Ideen vor.

Hans Glück erläuterte dabei, wie das KBW Traunstein diese Projekte als „Geburtshelfer“ unter dem Dach des Jahres-Projekts GWOB unterstützen will. In den nächsten Wochen werden Interessierte eingeladen, weiter Projekte nachzumelden.

Das 1. Treffen der Aktionsgruppe ging nahtlos in das 1. Treffen der „Projektgruppe Entwicklung Gemeinwohl-Kurs“ über. Nach einem Kennenlern-Spiel von Hans stellte Franz Galler die fünf „geborenen Projekt-Ideen“ vor und es kamen zwei weitere dazu.

Wir haben bisher also aktuell schon 7 Projekt-Ideen zum „Jahresprojekt gemeinwohl-orientiertes Leben“.

Hans Glück zeigte den Anwesenden danach, wie und warum wir unser Kurs-Konzept so konzipiert haben und wie es umgesetzt werden soll. Wichtig und von den TeilnehmerInnen sehr positiv aufgenommen wurde der Pilot-Charakter des Kurses. Es ist nun allen bewusst, dass in den nächsten Monaten nicht nur die Inhalte, sondern auch der Prozess an sich im Fokus und auf dem Prüfstand stehen.

Im Anschluss daran warteten alle schon gespannt auf den Kurs-Rahmen, den Christian Schwab von der Salzburger Gruppe GWOB vorstellte.

Danach demonstrierte Angelika Lindner – Koordinatorin des SpezialistInnen-Teams und ebenfalls von der Salzburger Gruppe GWOB – am Beispiel eines einzelnen Feldes in der Wertesäule „Solidarität“ den großen „Tiefgang“ des Reflexionsbogens.

Mit einem großen Applaus erhielten die beiden die verdiente Anerkennung, die ich in diesem Zusammenhang an alle Mitglieder der Kurs-Rahmen-Gruppe weitergeben möchte! Danke – bravo!!!

Die anstehenden Fragen konnten kompetent von uns beantwortet werden.

Wir waren überwältigt, als sich 21 Personen für den Pilot-Kurs selbst in drei Gruppen einteilten.

Aufgrund der großen Resonanz erklärte sich Angelika Lindner bereit, für den Pilot-Zeitraum ebenfalls eine Gruppe als Moderatorin zu übernehmen.

Da wir aufgrund der positiven Resonanz davon ausgehen können, dass es noch einige Nachmeldungen geben wird, zeigte für diesen wahrscheinlichen Fall auch Christian Schwab seine Bereitschaft auf, noch eine zusätzliche 4. Gruppe zu leiten – d.h. wir gehen davon aus, dass wir im nächsten Monat mit vier Gruppen starten werden.

Christian      Angelika    Hans      Franz

Unser besonderer Dank gilt Angelika und Christian, die in den letzten Tagen und Wochen einen Vorbereitungs-Marathon hingelegt haben … der sich gelohnt hat!
Und die sich nun auch persönlich als Gruppen-ModeratorInnen einbringen …

 

Jan 18 17

Informativer und kurzweiliger GWÖ-Jahresauftakt in Traunstein


Am 9. Januar luden die beiden benachbarten GWÖ-Regionalgruppen Salzburg und Südostbayern ins Kreisbildungswerk Traunstein zur NeujahrsFEIER ein. Ca. 30 Mitglieder und Interessierte von „drent und herent“ der Landesgrenze folgten der Einladung.
Sabine Lehner und Bernhard Winter als Verantwortliche für die Koordination der Salzburger Regionalgruppe und Franz Galler als Koordinator für die neue GWÖ-Regionalgruppe Südostbayern stellten zu Beginn die jeweiligen Schwerpunkte für das Jahr 2017 vor. Dabei gaben beide Gruppen dem Wunsche Ausdruck, dass die bisher schon sehr gute Zusammenarbeit noch weiter ausgebaut werden möge.
Franz Galler begrüßte in seiner Ansprache unter den Anwesenden Alexander da Silva Sebö vom GWÖ-Verein Bayern und bedankte sich bei ihm ganz besonders für die tatkräftige Unterstützung rund um die Gründung der neuen GWÖ-Regionalgruppe.
Alexander da Silva Sebö, ebenso wie Angelika Lindner von der Regionalgruppe Salzburg Mitglied im Spezialistenteam des KBW-Jahresprojektes „Gemeinwohlorientiertes Leben“ , überbrachte die Grüße des bayerischen GWÖ-Vereins und stellte in Kürze des KBW-Jahres-Projekt vor, das am 7. Februar unter der Projektleitung von Franz Galler für interessierte BürgerInnen im KBW starten werde.


Kennenlernen, Austauschen, Kontakte knüpfen, voneinander Lernen – unter Moderation von Isabella Klien kam dies für die Besucher nicht zu kurz. Zuvor hatte die Leiterin der GWÖ-BeraterInnengruppe Salzburg mit Freude davon berichtet, dass 10 regionale UnternehmerInnen gerade bei ihr und Ursula Spannberger die workshop-Reihe „Meine erste Gemeinwohlbilanz“ absolvieren.
Dazu gab es ein köstliches Essen von der CafeLounge Festung und vom Zallis Naturkost Café – übrigens zu 100 % bezahlt in Regiogeld Chiemgauer bzw. Sterntaler.
Draufklicken zum Vergrößern!

Die TeilnehmerInnen beschrifteten jeweils einen Zettel mit ihren GWÖ-Wünschen für das Neue Jahr.
Und dass der Spaß und das Feiern nicht zu kurz kamen, dafür sorgte vor allem ein Tischkegel-Wettbewerb, bei dem die Salzburger Gäste deutlich die Nase vorne hatten!

Dez 18 16

Gelungener Start der GWÖ Regionalgruppe Südostbayern

45 Besucher füllten den Veranstaltungssaal im Kreisbildungswerk Traunstein bei der Info & Auftaktveranstaltung zum KBW-Jahresprojekt „Gemeinwohlorientiertes Leben“ am 29. November 2016.

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Hier der Pressebericht in den Regionalzeitungen von Axel Effner mit dem Titel „Steigendes Interesse an Gemeinwohlökonomie“, in dem der Journalist auch über einen workshop des Diözesanrats München und Freising am 25. Novembermit Christian Felber berichtet.
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Hier der neue Projektseite „Gemeinwohlökonomie“ des Katholischen Bildungswerkes Traunstein (KBW), in der Nachhaltigkeitsreferent und Projektbetreuer Hans Glück die geplante Struktur zur Umsetzung des KBW-Jahresprojektes „Gemeinwohlorientiertes Leben“ vorstellt.
Dieses Jahres-Projekt richtet sich an alle, die ihre Lebensweise auf den Prüfstand stellen wollen. Dabei gibt es verschiedene Weg, dies umzusetzen.
Ziel ist es, miteinander die ei­ge­ne Le­bens­wei­se nach ethi­schen und öko­lo­gi­schen Kri­te­ri­en zu über­prü­fen.
In re­gel­mä­ßi­gen Tref­fen wird sich die Grup­pe in­ten­siv mit je­wei­li­gen As­pek­ten des ei­ge­nen Le­bens be­fas­sen. Bei­spie­le sind hier:

  • kon­flikt­freie Ent­schei­dun­gen in Grup­pen tref­fen
  • De­mo­kra­tie und Selbst­be­stim­mung
  • Ver­ant­wor­tungs­vol­ler Kon­sum
  • Und vie­les Mehr

Be­glei­tet wird die Grup­pe vom Pro­jekt­lei­ter Franz Gal­ler.
Am Ende des Pro­jek­tes wird so ein Bil­dungs­kon­zept aus­ge­ar­bei­tet sein. Die­ses soll für an­de­re Bildungsträger ver­füg­bar sein und sich so mög­lichst weit ver­brei­ten. Un­ter­stützt wird das Pro­jekt von einem klei­nen in­ter­na­tio­na­len Spe­zia­lis­ten-Team aus Vordenkern der Ge­mein­wohl-Öko­no­mie für BürgerInnen, das bis zum 1. Treffen der Projektgruppe A1 am 7. Februar 2017 ein Rohkonzept des KBW-Kurses in Bezug auf die Inhalte als auch die geplante Umsetzung erarbeitet haben wird.

Das erste Treffen der Projektgruppe A1 findet am 7. Februar 2017 um 20 Uhr im KBW, Antoniussaal, Vonfichtstraße 1 in Traunstein statt.
Das erste Treffen der Projektgruppe A2 findet im Vorfeld dieses Treffens statt – TeilnehmerInnen dieser Projektgruppe können gerne im Anschluss in das Treffen der Projektgruppe A1 „hineinschnuppern“.

Mai 19 16

Fernsehbericht RFO zur Veranstaltung Christian Felber am 3. Mai in der Salzachhalle Laufen

Christian Felber stellt die Gemeinwohlökonomie vor

Vertrauen, Wertschätzung, Kooperation, Solidarität und Teilen: Das sind Grundlagen für ein alternatives Wirtschaftsmodell. Christian Felber hat die Gemeinwohl-Ökonomie als Alternative zur kapitalistischen Marktwirtschaft und zentralen Planwirtschaft entwickelt. Der gebürtige Salzburger ist jetzt nach Laufen gekommen, um seine Zukunftsinitiative vorzustellen. Eine Initiative, die Schritt für Schritt auch in der Politik ankommt. Die Unterstützung der Gemeinwohlökonomie steht in den Regierungserklärungen von Salzburg und Baden Württemberg.
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Hier geht´s zum Fernsehbericht von Christian Holzner im RFO – Regionalfernsehen Oberbayern (4:38 Minuten)

 

Mai 19 16

Christian Felber begeistert große Zuhörerschaft

Hinweis:
Dieser in den regionalen Medien veröffentlichte Presseartikel von Alois Albrecht wurde mit Fotos zur Veranstaltung incl. Hinweisen ergänzt. Sämtliche Fotos sind von Alois Albrecht.

Neue Gemeinwohl-Bewegung Südostbayern nimmt Fahrt auf

Franz Galler begrüßt stolz 335 Gäste in dre voll besetzten Laufener Salzachhalle
Sichtlich erfreut über das große Interesse begrüßt Veranstalter Franz Galler 335 Gäste in der Laufener Salzachhalle. Er bedankt sich bei den vielen engagierten Bürgern, die über ihre Netzwerke die Veranstaltung beworben hatten.
Per Handzeichen zeigen die Anwesenden, woher sie angereist waren: ca. die Hälfte aus dem Berchtesgadener Land und je ein Viertel aus dem Landkreis Traunstein und dem Land Salzburg.

Vor 5 Jahren lud Christian Felber ihn zur Gründungsveranstaltung der Gemeinwohl-Ökonomie nach Wien ein, um die von ihm gegründete Sozialgenossenschaft RegioSTAR eG als Beispiel eines gemeinwohl-orientierten Unternehmens vorzustellen. Nun wolle man von Christian Felber als Begründer dieser weltweit stark wachsenden Zukunfts-Initiative erfahren, was aus seiner damals noch theoretischen Vision in der Praxis geworden sei.

 
In seinem 1 ½-stündigen fesselnden Vortrag zeigt der an der Wirtschafts-Universität Wien lehrende Bestseller-Autor und attac-Österreich-Gründer Felber eine vorhandene große Sehnsucht vieler Menschen hin zu einem anderen Wirtschaften auf. So meinen aktuell 72 Prozent der Deutschen, dass die vorherrschende Wirtschaft bei der „Vorsorge für unseren Planeten versage“. Lt. Umfrage der Bertelsmann-Stiftung aus 2010 und 2012 sagen 9 von 10 Bürgern in Deutschland ebenso wie in Österreich, dass Sie sich ein „anderes Wirtschaften wünschen“. Den stärksten Rückhalt für den Gemeinwohl-Ansatz geben allerdings die bestehenden Verfassungen. So besage z.B. Art. 151 der Bay. Verfassung, dass „die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dem Gemeinwohle diene“ und in den meisten europäischen Verfassungen stehe dies in ähnlicher Weise, so der Vortragende.

Nach Felber beruhe die Gemeinwohl-Ökonomie „auf denselben Verfassungs- und Grundwerten, die unsere Beziehungen gelingen lassen: Vertrauensbildung, Wertschätzung, Kooperation, Solidarität und Teilen“ und sie ist „einerseits eine vollethische und zum anderen eine wirklich liberale Marktwirtschaft“. Mit den gleichen Zielen initiierte Christian Felber das Projekt Bank für Gemeinwohl, das 2014 eine Genossenschaft gründete, die aktuell schon über 3.500 GenossenschafterInnen und ca. 2,5 Millionen Euro Gründungskapital für eine spätere Bank gesammelt hat.
 

Im Anschluss stellt Felber die Grundzüge der von ihm und einigen österreichischen Unternehmen entwickelten neuen Form des Wirtschaftens vor. Die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) sei ein Veränderungshebel auf wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene als Alternative zu kapitalistischer Marktwirtschaft und zentraler Planwirtschaft – ein auf gemeinwohlfördernden Werten aufgebautes Wirtschaftssystem als Brücke von Altem zu Neuem. Die GWÖ verstehe sich dabei als ergebnisoffener, gemeinschaftlich bestimmter und lokal stark wachsender Prozess mit globaler Ausstrahlung, die in den wichtigen Fragen dem „Souverän“, also dem Volke, eine ihm lt. Verfassungen zustehende Macht in praktisch umsetzbarer Form zurückgeben wolle, was durch Wahlen lt. Felber so nicht möglich sei.


Felber erklärt die souveränen Grundrechte, so wie sie seiner Meinung nach dem Volke zugestanden werden sollten:
Verfassung schreiben & ändern, Regierung wählen & abwählen, Gesetzesinitiativen stoppen, Gesetz initiieren und beschließen, öffentliches Gut kontrollieren, Geld schöpfen, Mandat für internationale Verhandlungen.


Am Beispiel der Frage einer gerechten Einkommensbegrenzung demonstriert Christian Felber, wie überraschend schnell in einer Gruppe von 10 Personen es mittels SK-Prinzip zu einer Einigung in dieser schwierigen Frage kommt.

Eine von vielen Fragen, die in einem demokratischen Wirtschaftskonvent gemeinschaftlich zu klären wäre.

Seit dem Start der Gemeinwohl-Ökonomie im Oktober 2010 sind über 9.000 Menschen weltweit aktiv geworden. Resultat ist eine internationale Bewegung, bestehend aus Privatpersonen, Unternehmen, Vereinen, Gemeinden und Regionen, die sich auf verschiedenen Ebenen vernetzen.

Eine „Gemeinwohl-Bilanz“ nach den Richtlinien des GWÖ-Vereins erstellen mittlerweile über 200 Betriebe, darunter z.B. die Sparda-Bank München, die Sparkasse Dornbirn, die Fachhochschule Burgenland, der outdoor-Ausrüster VAUDE oder die Berliner Tageszeitung TAZ.

Großen Beifall erntete Felber für die jüngsten Erfolge seiner Bewegung. Zum Einen nahm im September 2015 der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss eine 10-seitige Initiativstellungnahme zur Gemeinwohl-Ökonomie mit 86 % Stimmenmehrheit mit der Begründung an, dass “dieses Modell geeignet erscheint, in den Rechtsrahmen der EU und ihrer Mitgliedschaften integriert zu werden“, so Felber. Zum anderen sei in der gerade unterzeichneten Erklärung der neuen Baden-Württembergischen Regierung ebenso wie in der aktuellen Regierungserklärung des Landes Salzburg eine konkrete Unterstützung der Gemeinwohl-Bewegung fixiert.

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Einen begeisternden Zwischenapplaus erntete der freie Tänzer, als er im Kopfstand eine Folie mit den 10 Eckpunkten der Gemeinwohl-Ökonomie vorstellte, um aufzuzeigen, dass die GWÖ vieles Bestehende „auf den Kopf stelle“.

Nachdem Felber als Zugabe über eine ½ Stunde lang alle bestehenden Fragen der Zuhörer zur vollsten Zufriedenheit beantwortete, bedankte sich das Publikum mit einem lang anhaltenden Applaus bei ihm.

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Aufbruchsstimmung lag in der Luft als Veranstalter Franz Galler die geplanten nächsten Schritte vorstellte. Schon im Juni werde es Info-Veranstaltungen zur Ausbildungsreihe „Meine erste Gemeinwohl-Bilanz“ sowohl für Unternehmer und Kommunen geben, die von ihm organisiert und von zertifizierten GWÖ-BeraterInnen des GWÖ-Energiefeldes Salzburg angeboten werden und im September diesen Jahres starten sollen.
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links von Christian Felber: Sabine Lehner
und rechts von ihm: Isabella Klien – beides zertifizierte GWÖ-BeraterInnen des GWÖ-Energiefeldes Salzburg.

Über 70 Anwesende bekundeten schriftlich auf Reaktionszetteln ihr Interesse an einer Mitarbeit bzw. der Finanzierung beim Aufbau eines neuen GWÖ-Energiefeldes Südostbayern der Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein. Die Gründungsveranstaltung hierfür werde es lt. Galler im Juli geben.
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Bevor Franz Galler zum Abschluss der Veranstaltung einen großen Applaus für das Gelingen der Veranstaltung erhält, kann er freudig eine Folgeveranstaltung für den 9. Mai 2017 bekannt geben, wofür die Salzachhalle Laufen schon wieder gebucht sei. Als Referenten dafür konnte er den derzeit bekanntesten österreichischen Gemeinwohl-Unternehmer gewinnen: Heini Staudinger von den Waldviertler Schuhwerkstätten. Dies erntet begeisternde Reaktionen und mehr als 100 Personen sagen spontan und schriftlich dafür ihr Kommen zu.

Interessierte Bürger aus der Region können sich ausführlich über die Internetseite www.nachhaltige-region.de/vortrag-christian-felber informieren. Die nächsten Schritte in Bezug auf die geplanten Veranstaltungen, die Gründung des neuen GWÖ-Energiefeldes Südostbayern, sowie laufende Neuigkeiten rund um die GWÖ können dort per kostenlosen Email-Rundbrief abgefordert werden.

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Konnten sich über eine gelungene Veranstaltung freuen – von links nach rechts: Veranstalter Franz Galler, Christian Felber und Schirmherrin Karin Deinbeck vom Zallis Naturkost Café

Dez 20 15

Franz Galler über Gemeinwohl-Ökonomie, alternative Finanzierungsinstrumente, Regionalwährungen und Wirtschaftswachstum

»Der Konsument vernichtet durch sein Einkaufsverhalten das,
was er als Bürger eigentlich will«

Ein Gespräch mit Franz Galler, Regionalgeld-Experte und Gemeinwohl-Unternehmer, über die Gemeinwohlökonomie, alternative Finanzierungsinstrumente, den Sinn von Regionalwährungen und die »heilige Kuh« Wirtschaftswachstum

Hier geht´s zum Interview.

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Das Gespräch mit Franz Galler führte Michael Girkinger
Grüne Wirtschaft, Landesgruppe Salzburg / Organisation und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon 0662 / 84 35 83, 0664 / 83 17 427 – E-Mail

Nov 30 15

Wie wirtschaften? Podiumsdiskussion in Salzburg mit Franz Galler

Wie wirtschaften? Zukunftsansätze im Unternehmen

FGSalzburg11_11_15 Foto: Grüne Wirtschaft

Am Podium mit Moderator und Landessprecher der Grünen Wirtschaft, Josef Scheinast: Georg Hinterleithner, Baufirma Spiluttini, Franz Studener, Erdal GmbH, Andrea Reitinger, EZA Fairer Handel, sowie Franz Galler, Unternehmer und Regionalgeld-Experte.

Unter der Moderation von Grünen-Landessprecher Josef Scheinast diskutierten am 11.11.15 in der Salzburger Wirtschaftskammer UnternehmerInnen bei einer abschließenden Veranstaltung über Zukunftsansätze im Praxistest:

Welche CSR-Strategien setzen sie ein?
Welche innovativen Ansätze verfolgen sie im Unternehmen – oder darüber hinaus?
Welche Herausforderungen, Chancen oder Grenzen sehen sie heute für eine nachhaltigkeitsorientierte Unternehmensführung?

Am Podium waren:
Georg Hinterleithner, Baufirma Spiluttini
Andrea Reitinger, EZA Fairer Handel
Franz Galler, Unternehmer und Regionalgeld-Experte
Franz Studener, Erdal GmbH Hallein

Hier der Zeitungsbericht „Mein Bezirk“ vom 13.11.15